
Leichte Korrektur nach der starken Rallye
Schwache US-Konjunkturdaten haben zum Ende der Vorwoche zu einem markanten Rücksetzer an den US-Börsen geführt. Die Konsumausgaben für März, der Einkaufsmanagerindex der Region Chicago und der endgültige Michigan Sentiment, jeweils für April, blieben allesamt hinter den Erwartungen zurück. Durch die leichte Korrektur in den letzten Tagen ist der marktbreite S&P500 Index aus dem mittelfristigen Aufwärtstrend nach unten ausgebrochen und hat dabei zugleich die 20-Tage-Durchschnittslinie gekreuzt. Beides deutet darauf hin, dass der US-Markt auf kurzfristige Sicht unter Druck bleiben könnte. Wir halten es für wahrscheinlich, dass sich der Index bis auf das untere Bollinger Band bei 2‘036 Punkten zurückbilden könnte. Nach der starken Performance des S&P500 in den vergangenen Monaten war die nun einsetzende leichte Korrektur überfällig. Gemessen am Jahrestief hat der marktbreite Index in den vergangenen gut 2.5 Monaten in der Spitze fast 15% zugelegt. Dies war für einen breiten Index schlicht zu viel in zu kurzer Zeit. Zumal die laufende Berichtssaison in den USA auch nur wenige Gründe liefert, um breit in den US-Markt einzusteigen.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Kurzfristig dürfte sich die negative Entwicklung der letzten Tage noch fortsetzen. Wir erachten es als wahrscheinlich, dass sich der Index bis auf das untere Bollinger Band zurückbildet, bevor die Marktbullen wieder das Zepter übernehmen und den Index zurück in den Bereich um 2‘100 Zähler antreiben. Mittel- bis langfristig erscheint uns das weitere Aufwärtspotenzial sehr begrenzt. Zwar versorgt die US-Notenbank den Markt weiter mit billigem Geld. Da wir jedoch erwarten, dass die Gewinnrezession bei US-Unternehmen zumindest noch im zweiten Quartal anhält und im dritten Quartal bestenfalls eine Stagnation einsetzt, erscheinen uns weitere markante Kursgewinne nicht gerechtfertigt. Aus unserer Sicht wird der Markt in den kommenden Wochen in einen volatilen Seitwärtskanal einschwenken, der durch das Allzeithoch bei gut 2‘135 Punkten (oben) und 2‘000 (unten) Zählern begrenzt ist.
Konklusion:
Das weitere Aufwärtspotenzial des amerikanischen Aktienmarktes erscheint uns begrenzt. Wir präferieren – auch aufgrund der günstigeren Bewertungen – europäische Aktien.