
Die unerwartet hohen Kosten für den laufenden Konzernumbau drücken auf die Gewinnentwicklung des Softwarekonzerns im
ersten Quartal. Nach einem Gewinn von EUR 708 Millionen im Vorjahr musste SAP im Auftaktquartal 2019 einen Verlust in Höhe von EUR 108 Millionen ausweisen. Es ist der erste Quartalsverlust seit 17 Jahren. Der im Januar angekündigte Konzernumbau verschlang dabei EUR 886 Millionen, was bedeutend höher ist als erwartet. Wir gehen davon aus, dass mit diesem Betrag ein Grossteil der Kosten nun bereits verbucht ist. CFO Luka Mucic versicherte, dass SAP mit Blick auf das Gesamtjahr 2019 einen Gewinn erzielen wird. Operativ lief es für den Konzern prächtig. Der Umsatz stieg – angetrieben von einem stark wachsenden Geschäft mit Mietsoftware – um 16% auf EUR 6.1 Milliarden. Ohne die Restrukturierungskosten lief das erste Quartal sogar so gut, dass CEO Bill McDermott die Gewinnprognose für 2019 erhöhte. In diesem Jahr soll das bereinigte Betriebsergebnis um 9.5% bis 12.5% klettern statt wie bisher angepeilt um 7.5% bis 11.5%. Im ersten Quartal lag das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis mit einem Plus von 19% auf EUR 1.47 Milliarden über den Schätzungen von Analysten. Uns gefällt zudem der langfristige Ausblick des Unternehmens bis zum Jahr 2023. Der Umsatz soll von EUR 24.7 Milliarden im Jahr 2018 auf mehr als EUR 345 Milliarden kontinuierlich ausgeweitet werden. Zudem soll die bereinigte operative Marge bis 2023 jährlich um einen Prozentpunkt verbessert werden.
Konklusion:
Im Tagesgeschäft läuft es für SAP rund und die langfristigen Geschäftsperspektiven sind ausgezeichnet. Investierte Anleger geben kein Stück von SAP aus der Hand.