
Der deutsche Softwarekonzern hat das starke Momentum im dritten Quartal ins vierte Quartal 2016 übertragen und die Erwartungen der Analysten en gros schlagen können. Lediglich beim operativen Ergebnis (Ebit) blieb der Konzern mit EUR 2.371 Milliarden leicht hinter den Erwartungen von EUR 2.379 Milliarden zurück. Dank einer besseren Profitabilität konnte unser Depotwert unter dem Strich den Gewinn pro Aktie aber deutlich stärker ausweiten als erwartet. SAP strich in Q4 einen Gewinn von EUR 1.51 pro Anteilsschein ein. Analysten hatten im Schnitt nur mit EUR 1.41 gerechnet. Lediglich die Analysten von Barclays hatten mit einem noch höheren Gewinn pro Aktie gerechnet (EUR 1.55). Auch mit Blick auf das Gesamtjahr schnitt SAP in fast allen Eckpunkten besser ab als prognostiziert.
SAP erhöht Prognose weniger stark als erwartet
Angesichts des starken operativen Momentums erhöhte SAP die Prognosen für 2017 bis 2020. Auf dem Frankfurter Handelsparkett wurde in den Tagen vor der Zahlenpublikation mehrfach über eine solche Erhöhung spekuliert. Allerdings wagt sich der Konzern nicht, die von Analysten gesetzten Marken zu überbieten. Beim Umsatz erwartet SAP bis 2020 EUR 28 Milliarden bis EUR 29 Milliarden (bisher: EUR 26 Milliarden bis EUR 28 Milliarden). Im Schnitt haben Kapitalmarktbeobachter jedoch mit einer Prognoserhöhung auf EUR 29.3 Milliarden gerechnet. Auch beim operativen Ergebnis auf Stufe Ebit blieb der Softwarekonzern leicht hinter den Erwartungen zurück. Neu stellt SAP für 2020 ein Ebit von EUR 8.5 Milliarden bis EUR 9.0 Milliarden in Aussicht (Marge: 30% bis 31%), womit lediglich die untere Grenze um EUR 0.5 Milliarden erhöht wurde. Analysten hatten mit einer Erhöhung auf bis zu EUR 9.4 Milliarden gerechnet (Marge: 31% bis 32%).
Frühzeitige Fokussierung auf das Cloud-Geschäft
SAP hat sich vor Jahren dem Cloud-Geschäft gewidmet und wurde anfangs dafür teilweise hart kritisiert. Doch die frühzeitige Neuausrichtung zahlt sich aus. Statt auf konjunkturabhängige Softwareverkäufe/Softwarelizenzen zu setzen, wurde stärker auf „Software-Miete“ aus der Cloud und dem dazugehörenden Service gesetzt. Dieses Modell bietet wiederkehrende und besser planbare Umsätze. Bereits im laufenden Jahr soll das Cloud-Geschäft mit bis zu EUR 4 Milliarden fast genauso viel einbringen wie das Geschäft mit Softwarelizenzen. Im Folgejahr soll die Cloud-Sparte dann grösser sein als das Altgeschäft mit einmalig verkaufter Software. Bis 2020 soll der Umsatzanteil des Cloud-Geschäfts auf 70% bis 75% steigen.
Konklusion:
Auch wenn SAP mit den Prognosen leicht hinter den Erwartungen zurückblieb, ist die Aktie attraktiv. Die frühzeitige Ausrichtung auf die Cloud macht sich bezahlt und treibt das Geschäft langfristig an.