+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Rück- und Ausblick Schweizer Aktien

Ein Jahr der Extreme geht endlich zu Ende
Vor gut einem Jahr starteten wir verhalten optimistisch ins Jahr 2020. Die Konjunktur zog nach einer kleinen Delle wieder an und die Gewinnaussichten der Unternehmen hellten sich auf. Berichte über eine unbekannte Lungenerkrankung in China nahm man zwar wahr. Wirkliche Beachtung schenkte man den Nachrichten jedoch nicht. Was in den Folgemonaten kommen sollte, wird in die Annalen der Menschheit eingehen. Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 versetzte die Welt in Alarmstimmung – Produktions- und Lieferketten waren quasi von heut auf morgen unterbrochen, das wirtschaftliche und soziale Leben wurde gestoppt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Folgen waren dramatisch: Zahlreiche Länder verzeichneten historisch hohe Konjunktureinbrüche – die Zukunft war Mitte des ersten Quartals ungewisser denn je. Die Börse nahm die Katastrophe vorweg und rauschte zwischen Mitte Februar und Mitte/Ende März in einem atemberaubenden Tempo in die Tiefe. Es war ein einmonatiges Blutbad am Schweizer Aktienmarkt. Der Swiss Market Index erreichte am 23. März den Tiefpunkt. Fast 30 Prozentpunkte hatte der Schweizer Leitindex binnen eines Monats verloren. Notierte der Index am 19. Februar ytd noch mehr als 6% im Plus, verzeichnete der SMI am 23. März ein Minus von mehr als 23% gegenüber dem Stand zum Jahreswechsel 2019/20. Der Swiss Performance Index wies eine fast identische Bewegung auf. Als weltweit die Staaten in den Lockdown schalteten, begann an der Börse plötzlich neues Leben. Denn eines war klar: Der wirtschaftliche Einbruch dürfte dramatisch sein. Aber auf diesen könnte eigentlich nur eine fast ebenso starke Erholung kommen. Zudem reagierten die Regierungen und Notenbanken weltweit schnell und aggressiv auf die sich abzeichnende Krise. Fiskale Stimuli wurden in Rekordzeit aufgelegt, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie einzudämmen. Und die Notenbanken fluteten die Märkte mit einer kaum für möglich gehaltenen Liquidität. Die Erinnerungen an die Finanzkrise 2008/09, die auch durch das zögerliche Handeln der politisch Verantwortlichen verschärft wurde, mahnten zu einem schnellen Eingreifen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wagten wir uns wieder aus der Deckung und bauten unsere Schweizer Aktiendepots nach dem Kahlschlag des Vormonats wieder aus. Es war ein – auch intern – heissdiskutierter Schritt, der Ende März dieses Jahres keineswegs sicher oder erfolgsversprechend war. Was in den Monaten danach folgte, wird wahrscheinlich ebenso in die Geschichtsbücher eingehen: Der SMI und der SPI konnten binnen gut drei Monaten fast den kompletten Crash wettmachen. Bereits Anfang Juni überschritt der SMI wieder die Marke von 10‘000 Zählern und pendelt seitdem in einem gut 500 Punkte breiten Band – zwischen 10‘000 und 10‘500 Zählern.
Kurzum: Das Risiko, welches wir Ende März in Kauf genommen hatten, wurde belohnt. Mittlerweile notiert unser Schweizer Standardwerte-Depot bei gut 22% im Plus. Dagegen hört sich die Performance unseres Schweizer Nebenwerte-Depots mit gut 7% fast schon enttäuschend an. Aber im Vergleich zu den entsprechenden Benchmarks sind wir hochzufrieden. Der SMI schloss zuletzt bei gut -2% und der SPI pendelte um die +1%-Marke. Auch die Gesamtperformance unserer verschiedenen Depots lässt u.E. kaum Wünsche übrig. Wir schliessen, sofern in den verbleibenden wenigen Handelstagen keine grösseren Verwerfungen aufkommen, mit einem Rekordergebnis in unserer mehr als 35-jährigen Historie ab. Aktuell liegt die Performance bei gut +40%.
Was bringt das Aktienjahr 2021?
Wir starten verhalten optimistisch ins neue Börsenjahr. Allerdings mahnen wir zur Vorsicht. Vor allem die euphorische Stimmung in den USA gibt uns mit jedem Tag mehr zu denken. Denn Euphorie war noch nie ein guter Ratgeber für Aktieninvestments. Mit Blick auf die Schweiz bleibt die Coronakrise vorerst das bestimmende Thema. Die neuerlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Virusausbreitung wird u.E. die Konjunkturerholung im vierten Quartal 2020 sowie über weite Strecken des ersten Quartals 2021 dämpfen, womit sich auch die Wachstumsaussichten für die Schweizer Unternehmen wieder leicht eintrüben. Gingen wir vor wenigen Monaten noch von einem Gewinnwachstum von 10% bis 12% aus, scheinen uns Zuwachsraten unterhalb der 10%-Marke mittlerweile realistischer. Inwieweit dies bereits in den Aktienkursen eskomptiert ist, wird sich in den ersten Handelswochen des Jahres 2021 zeigen. Wir gehen davon aus, dass sich die Konjunkturerholung mit Beginn des zweiten Quartals 2021 akzentuiert und sich bis weit ins Jahr 2022 steigern wird. Angesichts der neuerlichen Eintrübung des Umfelds rechnen wir mit Blick auf den Schweizer Aktienmarkt in unserem Basisszenario mit einem Renditepotenzial im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Grundlegend bleiben die Faktoren, wie das Tiefzinsumfeld, die reichlich vorhandene Liquidität und der Anlagenotstand, auch 2021 wirksam, was die Märkte grundsätzlich stützen sollte. Stand heute, bleibt die Pandemieentwicklung das grösste Risiko für den Schweizer Aktienmarkt. Unvorhergesehene Rückschläge bei den Impfstoffen und Produktions- oder Logistikengpässe könnten die Verfügbarkeit eines Impfstoffes kurzfristig einschränken, womit das Ende der Pandemie verzögert werden könnte. An dieser Stelle wünschen wir Ihnen, liebe Leser, trotz aller Einschränkungen ein schönes und hoffentlich besinnliches Weihnachtsfest mit Ihrer Familie und einen guten Start ins Jahr 2021. Bleiben Sie gesund und geben Sie auf sich und Ihre Umwelt acht.

Konklusion:
Wir starten verhalten optimistisch ins neue Börsenjahr 2021. Nach dem Jahr der Extreme hoffen wir auf ein deutlich ruhigeres Börsenjahr.