+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Rohstoffe - Nie dagewesene Rohstoffverknappung

Der „Baltic Dry Index“ gilt als wichtiges Barometer, um die Aktivitäten auf den Seehandelsrouten der Erde zu messen – es ist ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern (hauptsächlich Kohle, Eisenerz und Getreide) auf Standardrouten. Als die Sars-CoV-2-Pandemie Anfang 2020 begann und die Welt in einen Tiefschlaf versetzte, brach der Index regelrecht in sich zusammen. Notierte der Baltic Dry Index im September 2019 noch bei mehr als 2‘140 Punkten, sackte der Index im Zuge der Pandemie im Mai bis auf unter 400 Zähler ab. Mittlerweile hat der Baltic Dry Index das Vor-Krisen-Niveau wieder erreicht, was vor allem auf die chinesischen Wirtschaftsaktivitäten zurückzuführen ist. Das Land fragte Rohstoffe aller Art nach, wie man es sich im Zuge der Pandemie kaum hätte vorstellen können. Zur Verdeutlichung: China Importe beschleunigten sich in einem derart hohen Mass, dass die Transportkosten für Schiffe, die durch den Panamakanal queren, auf den höchsten Stand seit 10 Jahren gestiegen sind. Die Frachtkosten sind gemäss dem Gesamtverband Deutscher Holzhandel binnen eines Jahres von USD 1‘400 auf fast USD 8‘000 im Januar dieses Jahres regelrecht explodiert. Angesichts der anstehenden Wiedereröffnung der Wirtschaft in den USA und in wenigen Monaten wohl auch in Europa dürfte sich die Entwicklung nochmals beschleunigen. Diese Entwicklung wird sich u.E. auch in den Rohstoffpreisen niederschlagen und zu weiter steigenden Preisen führen – und zwar auf allen Ebenen. Welches Ausmass dies bereits angenommen hat, zeigt sich beim Blick auf den Holzpreis. Dieser ist in den USA in den zurückliegenden 12 Monaten um 300% gestiegen. Debrunner Acifer meldete vor wenigen Wochen: „Vor allem die gute Konjunktur in den baunahen Branchen und im Bereich der weissen Waren generieren bei den Stahlwerken übervolle Auftragsbücher. Die Stahlwerke sind komplett überbucht und schieben eine riesige Bugwelle vor sich her.“ Unter dem Strich stiegen die Weltrohstoffpreise im März 2021 auf Dollar-Basis gerechnet um 3.2 % erneut an. Viele Marktbeobachter sprechen bereits von einer noch niemals dagewesenen Verknappung an Rohstoffen, die mit drastischen Preiserhöhungen für viele Rohstoffe einhergeht. Der Bauchemie-Konzern Ultrament kündigte vor wenigen Tagen an, die Preise in den von der Rohstoffverknappung betroffenen Produktkategorien ab dem 01. Mai 2021 um bis zu 15% zu erhöhen. Aktuell treiben gleich mehrere Faktoren die Preisentwicklung an den Rohwarenmärkten kräftig an. Die hohe Nachfrage im Zuge des Post-Pandemie-Aufschwungs, nach wie vor gestörte Liefer- und Produktionsketten, eine Vollauslastung der Schiffe, eine Überlastung der Seehäfen, eine starke Verzögerung von Lieferungen und ein Mangel an Leercontainern, werden die Logistik- und Frachtkosten wahrscheinlich auch in den kommenden Monaten und Rohstoffe weiter verteuern.

Konklusion:
Wir rechnen mit noch deutlich steigenden Rohwarenpreisen in den kommenden Monaten. Commodity-Investments sind nach wie vor sehr attraktiv.