+11.66%
YTD 2026
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Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
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Jahr 2022

Richemont

Die Aktie des Schweizer Luxusgüterkonzerns gehörte in den ersten gut vier Monaten des Jahres 2019 zu den Überfliegern im SMI. In der Spitze hatte der Titel gegenüber dem Stand zu Jahresanfang mehr als 20% zugelegt. Zuletzt drückte jedoch der wieder aufflammende Handelskrieg zwischen den USA und China auf den Kurs. Die jüngst vorgelegten Jahreszahlen dürften die gute Stimmung unter den Richemont-Aktionären zumindest nicht weiter belasten.
Der Umsatz stieg um satte 27% auf EUR 14 Milliarden. Allerdings ist das überdurchschnittliche starke Wachstum vor allem anorganisch. Der Zukauf der Onlineplattformen Yoox Net-a-porter (YNAP) und Watchfinder trieb allein den Umsatz knapp 20% in die Höhe. Im angestammten Geschäft legte Richemont 8% zu – dies lag im Rahmen der Analystenerwartungen. Nicht ganz so berauschend wie der Umsatz entwickelte sich die Ergebnislage bei Richemont. Zwar konnte der Reingewinn dank einer Höherbewertung von YNAP auf EUR 2.8 Milliarden mehr als verdoppelt werden. Allerdings blieb das Ergebnis auf Stufe Ebit hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Vor allem zwei Faktoren belasteten. 1. Im vergangenen Jahr war es immer wieder geschehen, dass Händler sog. Ladenhüter mit grossen Rabatten auf dem Graumarkt verkauften. Die angepeilte Verbesserung der Distribution soll diese Entwicklung künftig unterbinden. 2. Die Integration der Onlineplattformen belastet derzeit die Bilanz. Zwar wächst YNAP im zweistelligen Prozentbereich, aber dieses Wachstum wird noch teuer erkauft. Der Onlinebereich ist auch der Hauptgrund, weshalb auf Konzernstufe die operative Marge im Jahresvergleich von 16.7% auf 13.9% sank – ein temporäres Übel. Denn sollte die Online-Strategie dereinst aufgehen, wird sie das Wachstum- und die Gewinnentwicklung bei Richemont deutlich beschleunigen. Mit Spannung erwarten wir zudem, wie es mit dem angestrebten Joint Venture mit der chinesischen Onlineplattform Alibaba weitergeht. Stand jetzt: Es gibt noch technische Probleme, die es zu lösen gilt. Nach wie vor soll das JV aber wie geplant 2019/20 an den Start gehen. Während es also im Uhren- und Digitalgeschäft derzeit noch die eine oder andere Baustelle zu bereinigen gibt, ist das Schmuckgeschäft fast schon ein Selbstläufer. Die Sparte mit Marken wie Cartier steuert mittlerweile gut 50% zum Konzernumsatz bei und generiert höhere Gewinne als auf Konzernebene. Positiv ist zudem, dass Richemont nach eigenem Bekunden keine negativen Einflüsse durch den Handelskrieg zwischen den USA und China spürt. Im vergangenen Jahr wuchs der China-Umsatz bei Richemont um 15%. Man spüre gegenwärtig weiter eine hohe Nachfrage nach Uhren und Schmuckwaren.

Konklusion:
Wir gewichten das Potenzial des Konzerns höher als die Risiken, welche den Baustellen innewohnen. Investierte Anleger geben kein Papier von Richemont aus der Hand.