
Die weltweit steigenden konjunkturellen und politischen Unsicherheiten belasten die Kauflust der Konsumenten stärker als erwartet. Dies spürte auch der Schweizer Luxusgüterkonzern im abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal. Organisch wuchs Richemont gerade noch um 5%, nachdem im ersten Halbjahr noch ein Plus von 8% verzeichnet werden konnte. Dank der Übernahmen von Yoox Net-a-Porter und Watchfinder konnte Richemont jedoch ein Erlöswachstum von 25% vermelden. Aber selbst dieses Plus reichte nicht aus, um die Vorgaben der Analysten zu erreichen. Diese hatten mit einem Q3-Umsatz von EUR 3.96 Milliarden gerechnet. Richemont lieferte aber nur EUR 3.91 Milliarden. Vor allem in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum kämpft Richemont gegen die nachlassende Kauflust und negative Einflüsse, die ausserhalb der Wirkungsmacht des Konzerns liegen. So musste Richemont in Folge der Gelbwesten-Demonstration in Paris die Boutiquen zeitweise schliessen – und das mitten im Weihnachtsgeschäft. In Asien-Pazifik drückt vor allem der Handelskrieg auf die Stimmung und schürt Konjunktursorgen – vor allem in China. Die Region wuchs im dritten Quartal 2018 zwar immer noch um 10%. Im ersten Halbjahr waren es jedoch noch +17%. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich der Geschäftsgang im laufenden Quartal stabilisiert und – sofern der Handelskrieg gelöst werden kann – im weiteren Jahresverlauf wieder anzieht.
Konklusion:
Die Kursperformance von Richemont ist alles andere als erfreulich. Auch wenn die Börse übertreiben mag, so ist das Management nun gefragt, endlich neue Kursimpulse zu setzen!