
Angesichts der jüngsten Entwicklung hätte es für den Luxusgüterkonzern eigentlich ein Leichtes sein sollen, mit den Halbjahreszahlen zu überzeugen. Seit Monaten befindet sich der Aktienkurs auf Tauchfahrt – die Angst, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China auf die Kauflust der Chinesen schlägt, wurde bereits kräftig eingepreist. Zudem sanken die Erwartungen der Analysten in den zurückliegenden Wochen deutlich. Aber ein Umsatzwachstum von 10% hätte es dann doch sein sollen. Eine aus unserer Sicht berechtigte Erwartung, da zuletzt Wettbewerber aus dem Luxusgütersegment mit ordentlichen Zahlen überzeugen konnten. Nur: Richemont enttäuschte mit dem vor wenigen Tagen vorgelegten Halbjahresausweis auf breiter Front. Der Umsatz blieb mit +8% deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das Ebit lag mit CHF 1.13 Milliarden gut CHF 200 Millionen unter der Konsensprognose und der Cash Flow entwickelte sich aus unserer Sicht erschreckend schwach (-34%). Dennoch sollten sich Anleger nicht von diesem Luxusgüterkonzern abwenden. Richemont richtet sich derzeit auf die digitale Zukunft des Geschäfts aus – dies belastet zwar aktuell die Bilanz, ist aber für eine erfolgreiche Zukunft unausweichlich. Dank der getätigten Akquisitionen erzielt Richemont bereits 14% des Umsatzes über digitale Kanäle. Vor diesem Hintergrund erscheint uns vor allem die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit mit Alibaba extrem zukunftsträchtig.
Konklusion:
Richemont stellt die Weichen für eine erfolgreiche digitale Zukunft. Dies belastet momentan die Entwicklung, verschafft dem Unternehmen aber eine ausgezeichnete Ausgangslage.