
Nach den starken Ergebnissen von LVMH und Kering legten die Anleger die Messlatte auch für den Schweizer Luxuskonzern Richemont hoch. Entsprechend enttäuscht reagierten die Investoren auf die Zahlen für das Geschäftsjahr 2016/17. Der Umsatz sank mit 4% etwas schneller als erwartet (-3%). Jedoch deuten die Jahreszahlen an, dass sich die Geschäfte in der zweiten Geschäftsjahreshälfte deutlich beschleunigt haben. So sanken die Erlöse in Europa im Gesamtjahr zwar um 8%. Dies bedeutet jedoch, dass Richemont nach einem sehr schwachen ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte wieder gewachsen ist. Auch für die Region Asien und Amerika war eine solche Entwicklung zu beobachten. Anleger bemängelten zudem die schwache Entwicklung der Ebit-Marge auf Gruppenebene: Diese sank um 200 Basispunkte auf 16.6%, lag damit aber immer noch über der Konsensprognose der Analysten von 15.8%. Der Rückgang ist vor allem auf das stark unter Druck stehende Spezial-Uhrengeschäft zurückzuführen, bei dem die Ebit-Marge um über 800 Basispunkte sank. Insgesamt überwiegen aus unserer Sicht die positiven Entwicklungen, die in der zweiten Jahreshälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres zu beobachten waren. Wir erwarten aufgrund der wachsenden Konjunkturdynamik in Europa und Asien, dass der Aufwärtstrend auch bei Richemont anhält und die Zahlen für das erste Halbjahr 2017/18 positiv überraschen werden. Die jüngst gesehenen Gewinnmitnahmen bieten unseres Erachtens einen attraktiven Einstiegslevel.
Konklusion:
Wir rechnen vor allem bei der Margen-Entwicklung im Geschäftsjahr 2017/18 mit einem wieder freundlicheren Ergebnis. Sowohl das Ebit als auch der Ertrag pro Aktie sollten prozentual zweistellig wachsen.