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Jahr 2022

Renault

Wir hatten die Aktie des französischen Autobauers in Ausgabe 36/2016 bei EUR 75.58 zum Kauf empfohlen. Bisher entwickelt sich das Papier sehr ansprechend. In der Spitze (Mitte Januar) konnte das Papier einen Kurszuwachs von satten 18% auf über EUR 88 verzeichnen, bevor eine leichte Korrektur den Aktienkurs wieder in den Bereich um EUR 84 zurückwarf (+11%). Wir hatten in unserer damaligen Analyse auf die starke Wachstumsdynamik des Konzerns verwiesen und in Aussicht gestellt, dass sich dieses fortsetzen werde. Die jüngst vorgelegten Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 bestätigen nun unsere positive Einschätzung des Autobauers. Renault konnte ein Rekordergebnis einfahren – vor allem die überarbeitete Produktepalette (Modernisierung der Fahrzeugflotte, SUV) kommt bei den Kunden gut an. Der Umsatz stieg im zurückliegenden Geschäftsjahr um rund 13% auf EUR 51.2 Milliarden, der bereinigte Gewinn schnellte gar um 38% auf EUR 3.28 Milliarden in die Höhe. Analysten hatten im Schnitt beim Gewinn lediglich EUR 3 Milliarden in Aussicht gestellt.
Der französische Staat steht im Weg
Wirklich stark ist aber der langfristige Ausblick des Unternehmens, der selbst die optimistischsten Analystenprognosen in den Schatten stellt. Im neuen Fünfjahresplan bis 2022 will der Konzern den Umsatz auf EUR 70 Milliarden steigern. Die Marge im Kerngeschäft soll von 6.4% im Jahr 2016 (+30 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr) auf dann 7% steigen, was für einen Massenhersteller sehr gut ist. Details zu den neuen Zielen will der Konzern aber erst im Oktober vorstellen. Die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Partner Nissan zahlt sich für die Franzosen mehr und mehr aus. Kein Wunder also, dass das Renault-Management eine tiefere Verflechtung beider Unternehmen wünscht. Doch dem steht gegenwärtig der französische Staat im Weg. Denn für die Japaner ist unter den gegebenen Umständen eine noch stärkere Bündelung des Kapitals unvorstellbar. Im April 2015 hatte der französische Staat seinen Anteil an Renault von 15% auf 19.7% erhöht und sich doppelte Stimmrechte gesichert. Im Kampf um den Erhalt französischer Arbeitsplätze hat der Staat somit eine Trumpfkarte in der Hand. Ein Umstand, der dem japanischen Partner bitter aufstiess und bis jetzt eine tiefere Zusammenarbeit der beiden Partner unterbindet. Entsprechend dürfte man bei Renault mit Spannung auf die Wahlen in Frankreich blicken. Denn ein Wahlsieg der Rechtspopulistin Le Pen würde eine Entflechtung von Staat und Renault verunmöglichen, womit bei Nissan die Bestrebungen zu einer Auflösung des Bündnisses wahrscheinlich wieder stärker werden würden.
Konklusion:
Renault feiert ein erfolgreiches Comeback. Wir bestätigen unsere Kauf-Empfehlung. Das grösste Risiko kommt derzeit aus der französischen Politik.