
Interessante Depotbeimischung
Der Börsengang des Pharmazulieferers stiess auf ein grosses Interesse seitens schweizerischer als auch internationaler Investoren. Das Angebot war mehrfach überzeichnet. Bereits zum Handelsauftakt am vergangenen Donnerstag konnte die Aktie den Ausgabepreis von CHF 64 deutlich hinter sich lassen. Polypeptide (ISIN CH1110760852 ) eröffnete die Handelssitzung bei CHF 72.50 und kletterte in den Folgetagen weiter nach oben. Das Unternehmen wird somit mit mehr als CHF 2.6 Milliarden bewertet. Der Börsengang war auch für die SIX ein Prüfstein. Denn die IPO-Pipeline war in den vergangenen Monaten komplett ausgetrocknet. Letztmals wagte Ende Juni vergangenen Jahres der Hausgeräte-Hersteller V-Zug den Sprung aufs Börsenparkett – eine Tochter des Mischkonzerns Metall Zug.
Polypeptide ist ein Unternehmen mit schwedischen Wurzeln, deren Sitz aber mittlerweile in Zug liegt. Operativ bewegt sich das Unternehmen in einem spannenden, aber zugleich auch sehr engen Markt. Polypeptide entwickelt Peptide – Wirkstoffe, die in Krebsmedikamenten, Antibiotika, Impfstoffen oder Anti-Faltenmitteln zum Einsatz kommen – für Pharma-, Biotechnologie-, Diagnostik- und Kosmetikfirmen. Die Kundenliste des Unternehmens liest sich wie das „Who is Who“ der Pharmabranche. So zählen Novartis, Roche, AstraZeneca und Pfizer zu den Kunden des Unternehmens. Der Börsenneuling gilt hinter der Schweizer Bachem als zweitgrösster Player auf dem stark zentrierten Markt. Polypeptide hatte sich 2017 das Peptide-Geschäft von Lonza einverleibt, was den recht schnellen Aufstieg des 1996 gegründeten Unternehmens erklärt. Aber Polypeptide ist auch punkto Covid-19-Impfstoffe im Rennen. Denn die Zuger liefern auch Ingredienzien für den Covid-19-Impfstoff des US-Konzerns Novavex. Erste belastbare Studiendaten weisen eine hohe Wirksamkeit gegen das ursprüngliche Sars-CoV-2-Virus sowie gegen die „britische“ und „südafrikanische“ Mutante aus. Polypeptide wuchs in den vergangenen Jahren kontinuierlich im zweistelligen Prozentbereich und generierte 2020 einen Umsatz in Höhe von EUR 223 Millionen. Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen einen Gewinn von CHF 31.3 Millionen – was eine durchaus ansprechende Marge ergibt. Für das laufende Jahr ist Polypeptide ebenfalls optimistisch und stellt ein Wachstum von 16% bis 18% in Aussicht. Die IPO-Erlöse in Höhe von rund CHF 200 Millionen sollen in die Expansion fliessen – Investitionen sollen schneller vorangetrieben werden und auch Zukäufe werden ins Auge gefasst. Grundsätzlich halten wir ein Investment in den Börsenneuling für langfristig aussichtsreich. Zwar ist das Geschäftsfeld eng, was Marktanteilsgewinne erschwert. Aber der Markt wächst dafür stetig. Als kleinere Depotbeimischung erscheint uns die Aktie von Polypeptide daher interessant.
Konklusion:
Polypeptide hat ein erfolgreiches Börsendebüt an der Schweizer Börse in Zürich gefeiert. Risikofreudige Anleger können sich einige Papiere des Unternehmens ins Depot legen. (red./mda)