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Pharma, Bau und Peso

Die US-Präsidentschaftswahl rückt näher. Am 08.November stimmen die Wahlberechtigten ab. Derzeit liegt die demokratische Kandidatin Hillary Clinton klar in Front. Der Kandidat der Republikaner, Donald Trump, dürfte sich selbst mit seinen Eskapaden und Skandalen in jüngster Zeit um jegliche Siegchancen gebracht haben. Wir haben den Wahlsieg der demokratischen Kandidatin antizipiert und drei Bereiche identifiziert, bei denen wir eine starke positive Reaktion erwarten.
1. Pharmawerte: Ein grosses Thema in Clintons Wahlkampf sind die hohen Medikamentenpreise. Die Debatte drückt seit Monaten auf die Kursentwicklung bei Pharmawerten. Neu ist das Thema aber keineswegs. Denn bereits im Wahlkampf von Bill Clinton in den 1990er Jahren waren die Medikamentenpreise ein heisses Eisen. Bill Clinton wollte eine gross angelegte Gesundheitsreform durchbringen, die vor allem die Preise für Medikamente drücken sollte – angetrieben wurde diese Initiative von seiner Frau Hillary. Aufgrund der Machtverhältnisses im Senat – die heute ähnlich sind wie zum damaligen Zeitpunkt – und der starken Pharmalobby verlief das Vorhaben jedoch im Sande. Auch damals hinkten Pharmawerte in Wahlkampfzeiten dem Gesamtmarkt deutlich hinterher. Das Scheitern der Gesundheitsreform entfesselte dann das Kurspotenzial der Aktien. Ähnliches erwarten wir auch diese Mal. Allerdings sollten Anleger derzeit noch nicht aktiv werden. Wir rechnen damit, dass sich eine diesbezügliche Entscheidung bis weit ins Jahr 2017 hinziehen dürfte. Davor dürfte das Sentiment gedrückt und die Erholung bei Pharmawerten ausbleiben.
2. Bau- und Ingenieursdienstleistungen: Die Strassen und Brücken in den USA sind in einem erbärmlichen Zustand. Von den 607‘000 Brücken in den USA gelten 151‘497 – also jede vierte – als «strukturell mangelhaft oder funktionell obsolet». Bereits im Jahr 2012 stufte das World Economic Forum die Qualität der US-Infrastruktur deutlich zurück. Sie stürzte innert zehn Jahren vom weltweit 5. auf den 24. Platz ab. Seither ist trotz vieler Versprechungen herzlich wenig passiert. Clinton will in den ersten 100 Tagen als Präsidentin nun kräftig gegensteuern und ein Investitionsprogramm in Höhe von USD 275 Milliarden in Gang setzen, um Amerikas Strassen und Brücken in Ordnung zu bringen und nebenbei auch noch den Zugang zu moderner Technologie erleichtern. Woher das Geld stammen soll, ist zwar völlig offen – wie so oft in Wahlkampfzeiten. Setzt Clinton ihr Vorhaben in die Tat um, sind Anleger mit Investitionen in den Infrastruktursektor gut beraten. Zementhersteller wie Cemex oder HeidelbergCement, die beide über einen guten US-Marktzugang verfügen, dürften ebenso profitieren wie Bauzulieferer, wie z.B. Vulcan Materials.
3. Der mexikanische Peso: Donald Trump hat mit seinen Äusserungen über eine Neuverhandlung des Freihandelsabkommen Nafta und seinen Plänen zum Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze, dem Nachbarland und seiner Währung stark zugesetzt. Der Peso wertete während der Zeit, in der Trump in den Umfragen führte, um 9% gegenüber dem Dollar ab. Ein sich abzeichnender Wahlsieg
Clintons dürfte zu einer kräftigen Gegenbewegung führen.