
Gut zwei Jahre hat Carlos Tavares, CEO von Peugeot, gebraucht, um den am Boden liegenden französischen Autokonzern auf Vordermann zu bringen. Die im April 2014 ausgegebenen Margen- und Gewinnziele sind erreicht. Nach der Blitzsanierung sagt der CEO den Konkurrenten nun den Kampf an. Vor wenigen Tagen präsentierte Tavares den neuen Strategieplan „Push to Pass“ für die kommenden fünf Jahre vor. Nachdem Peugeot im Rahmen des Sanierungsprogramm Forschungs- und Entwicklungsausgaben einfror und damit alternative Antriebe und Mobilitätsdienste vernachlässigte, will der Konzern den Turbo zünden. Tavares will Volkswagen schlagen und langfristig Profite einfahren. Die Ebit-Marge, die 2015 bei gut 5% lag, dürfte sich bis zum Jahr 2018 aufgrund der steigenden Ausgaben zwar leicht verringern – im Schnitt auf gut 4%. In den darauffolgenden Jahren soll dann aber die Ernte eingefahren werden. Die Ebit-Marge soll zwischen 2019 bis 2021 dann auf gut 6% steigen. Das Umsatzwachstum will Peugeot durch neue Modelle und weitere Auslandsexpansionen deutlich beschleunigen. Bis 2018 sollen die Erlöse im Vergleich zu 2015 um 10% steigen, zwischen 2019 und 2021 soll der Umsatz um weitere 15% zulegen. Vergangenes Jahr verbuchte der Autobauer ein Umsatzwachstum von knapp 6% auf EUR 56.3 Milliarden. Die Strategie beruht auf vier Pfeilern:
1. Peugeot will in den kommenden Jahren unter anderem ein neues Werk in Algerien hochziehen und zugleich stärker nach Südost-Asien expandieren – wofür PSA jedoch noch einen Partner sucht. Das Ziel in Asien ist, den Absatz von derzeit 736‘000 verkauften Autos im Jahr auf über eine Million zu steigern – bis 2018. Neue Modelle, darunter ein Pick-up, sollen dem Geschäft in Lateinamerika neuen Schwung geben. Bis 2017 will PSA zudem die Produktion im Iran hochfahren. Darüber hinaus plant PSA die Rückkehr auf den US-Markt – nach 20 Jahren. In den kommenden fünf Jahren will PSA insgesamt 26 neue Pkw- und 8 neue Nutzfahrzeugmodelle vorstellen.
2. Die Kosten sollen, wie schon während des zurückliegenden Sanierungsprogramms, weiter zurückgeschraubt werden. Tavares sieht nach eigenen Ausgaben noch reichlich Verschwendung.
3. Bis zum Jahr 2021 will PSA ein vollständig autonomes Fahrzeug auf den Markt bringen. 2019 will der Konzern zudem sein erstes E-Auto anbieten. In sechs Jahren will PSA vier Elektro- und sieben Hybridmodelle anbieten.
4. 100 Millionen Euro steckt PSA in einen Fonds, der in Mobilitäts-Startups investieren kann. Hier sind die Ziele des Unternehmens noch schwammig.
Peugeot holt nach, was andere Autohersteller in den vergangenen Jahren bereits vollbracht haben. Vor allem im Bereich des autonomen Fahrens und der Elektromobilität hinkt der Konzern hinterher.
Konklusion:
Für den US-Markt und Asien kommt PSA zu spät – der Boom der letzten Jahre dürfte abebben. Im Bereich E-Mobilität und autonomes Fahren haben andere die Nase vorn. Die Aktie bietet wenig Fantasie.