
Alternative Bezahldienste bzw. das digitale Portemonnaie sind voll im Trend. Kein Wunder also, dass der Bezahldienst PayPal im vergangenen Jahr kräftig wachsen konnte. Der Umsatz stieg um 17.2% auf USD 10.8 Milliarden. Der Gewinn kletterte um 14.1% auf USD 1.4 Milliarden. Per Ende 2016 nutzten weltweit 197 Millionen Privatpersonen und Unternehmen die Dienste von Paypal – 18 Millionen mehr als 52 Wochen zuvor. Das abgewickelte Volumen stieg sogar um 22% auf knapp USD 100 Milliarden pro Quartal. Auf der Umsatzseite stehen auch 2017 die Zeichen weiter auf Wachstum. Die im vergangenen Jahr geschlossene Partnerschaft mit Citi, dem grössten Kreditkarten-Emittent der Welt, dürfte seine Zugkraft im laufenden Jahr ausspielen. Um die Zahlungssysteme auch an institutionelle Kunden anzubinden, wurde zudem eine Kooperation mit Fidelity National Information Services geschlossen. In eine völlig neue Richtung stiess Paypal im Februar mit der Übernahme von TIO Networks für USD 233 Millionen. Das Unternehmen hat sich auf Kunden fokussiert, die über kein eigenes Konto verfügen. Diese Kunden begleichen beispielsweise ihre Stromrechnung an speziellen Bezahl-Terminals oder Kiosken. Sie sollen für diese Transaktionen künftig auf Paypal zurückgreifen. Zugleich ist Paypal in Deutschland mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone eine Kooperation eingegangen, wodurch Paypal-Kunden auch an der Ladenkasse bezahlen können. Darüber hinaus treibt der weiter zunehmende Trend zum Online-Shopping das Geschäft an. Für 2017 erwartet PayPal ein Umsatzwachstum von 15% bis 17%, was aus unserer Sicht jedoch sehr konservativ erscheint. Durch die steigende Anzahl der Kooperationen dürfte die Profitabilität hingegen etwas leiden – der Gewinn dürfte im laufenden Geschäftsjahr weniger stark ansteigen als der Umsatz. Insgesamt sind die fundamentalen Aussichten für das Unternehmen sehr gut. Nur in der Aktienkursentwicklung spiegelt sich dies nur bedingt wider. Seit Mitte 2015 hat das Papier gerade 17.2% zugelegt und litt unter teilweise recht deutlichen Kursschwankungen. Auffällig ist, dass die Aktie nach Erreichen eines Hochs sofort massiv abverkauft wird, wodurch die Kursgewinne zu einem grossen Teil wieder aufgelöst werden. Vor diesem Hintergrund könnte die Aktie im laufenden Aufwärtstrend zwar bis USD 45/46 steigen. Danach dürften jedoch wieder Gewinnmitnahmen einsetzen, die die Aktie wieder in den Bereich um USD 41/42 drücken könnten. Entsprechend sollten interessierte Anleger abwarten, bis die Aktie den laufenden Aufwärtstrend nach unten hin durchbricht und tiefer einsteigen.
Konklusion:
Die operativen Aussichten von Paypal sind gut. Allerdings schafft es die Aktie nicht, einen starken Trend auszubilden. Entsprechend ist das Papier nur für risikofreudigere Anleger interessant.