
Eines vorweg: Wir mögen den amerikanischen Chipspezialisten. Der Konzern ist hervorragend aufgestellt, die Geschäfte laufen rund, wie die jüngst publizierten Zahlen zeigen und die Aussichten sind dank eines wachsenden Gaming-Marktes und des autonomen Fahrens glänzend. Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um 38% auf gut USD 6.9 Milliarden und das Ergebnis je Aktie verbesserte sich gar um 83% auf USD 3.06. Ein Glanzresultat. Die langfristigen Aussichten sind rosig. Nvidia beherrscht den GPU-Markt (Graphics Processing Unit) mit einem Anteil von fast 70%. 62% der Gesamtumsätze generiert der Konzern mit dem Verkauf von GPUs im Segment Videospiele. Doch die Anwendungsmöglichkeiten werden sich in den kommenden Jahren deutlich ausweiten. Denn in nicht mehr all zu ferner Zukunft werden sich die Hardware wie selbstfahrende Autos und die Software wie künstliche Intelligenz und Deep Learning immer mehr darauf fokussieren, Bilder aus der realen Welt zu verarbeiten. Diese Technologie wird es den Computern erlauben, Bilder zu verarbeiten, und genau das machen die GPUs von Nvidia. Allerdings ist das noch Zukunftsmusik. Bis diese Technologie zu einem Massenprodukt wird, dürften nach Schätzungen von Automobileexperten noch gut zehn Jahre ins Land ziehen. Allerdings haben sich die Amerikaner bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ein glänzendes Standing im Segment des autonomen Fahrens ergattert. So nutzt beispielsweise Tesla die Nvidia-GPUs. Zudem konnten u.a. Audi, ZF und Bosch als Kunden gewonnen, was langfristig sehr positiv ist. Dies heisst im Umkehrschluss aber auch, dass Nvidia noch über Jahre von der Entwicklung auf dem Gaming-Markt abhängig ist. So rosig die Aussichten auch sind: Die Marktteilnehmer haben diese langfristigen Wachstumsfantasien übermässig stark in den Aktienkurs eingepreist. Seit Mitte 2015 hat die Aktie insgesamt 425% zugelegt, allein im vergangenen Jahr machte das Papier 224% gut. Bei Kursen um USD 107 wurde das historische Kurshoch aus dem Jahr 2007 bei USD 38 geradezu pulverisiert. Entsprechend ambitioniert ist das Papier des Grafikkartenherstellers mittlerweile bewertet: Auf Basis des für 2018 prognostizierten Gewinns wird die Aktie mit einem KGV von 32 gehandelt. Das Kurs-Buch-Verhältnis ist auf fast exorbitante 11.9 angeschwollen. Selbst die guten Aussichten rechtfertigen unserer Ansicht nach nicht solche hohen Bewertungen. Entsprechend sollten investierte Anleger das hohe Kursniveau nutzen und Gewinne mitnehmen.
Konklusion:
Die Aktie ist unseres Erachtens masslos überbewertet. Investierte Anleger sollten das hohe Kursniveau zum Ausstieg nutzen und Gewinne mitnehmen.