
Mit einer Ebit-Marge von 1% in der Netzwerksparte im ersten Quartal 2018 können weder Nokia noch die Aktionäre des Unternehmens zufrieden sein. Auf Konzernebene brach das operative Ergebnis auf Stufe Ebit um 30% auf EUR 239 Millionen ein. Auch beim Umsatz musste Nokia einen neuerlichen Rückschlag wegstecken: Die Erlöse sanken um fast 9% auf EUR 5 Milliarden. Nach wie vor leidet der finnische Konzern unter der Investitionszurückhaltung der Telekomausrüster, die einerseits die alten Netze nicht mehr modernisieren und die neuen 5G-Netze noch nicht ausbauen. Allerdings deutet sich an, dass der Wendepunkt bald erreicht sein dürfte. Denn Nokia blickt im Netzwerkgeschäft wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Prognostizierten die Finnen ursprünglich einen Rückgang zwischen 2% bis 4%, dürfte der Markt nur noch um 1% bis 3% schrumpfen. Der nach Angaben von Nokia starke Auftragseingang, wobei Nokia keine Details dazu nannte, verstärkt diese Hoffnung. Wir gehen weiter davon aus, dass Nokia in der zweiten Jahreshälfte eine deutliche Geschäftsbeschleunigung verzeichnen wird – spätestens dann sollten die Telekomkonzerne ihre 5G-Investitionen anfahren. Dies sollte einerseits das Wachstum beschleunigen und andererseits auch die Margenentwicklung begünstigen. Wir bestätigen unsere Kauf-Empfehlung für die Aktie des finnischen Netzwerkausrüsters und setzen das kurz- bis mittelfristige Kursziel bei EUR 5.90 – ein Niveau, welches der Titel zuletzt im Mai 2017 erreicht hatte.
Konklusion:
Beim finnischen Netzwerkausrüster zählt vor allem der Blick in die nähere Zukunft. Wir rechnen mit einer deutlichen Geschäftsbeschleunigung im zweiten Halbjahr (5G-Investitionen).