
Der amerikanische Sportartikelhersteller hat seine Wachstumsschwäche des vergangenen Jahres eindrucksvoll überwunden. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2018/19 wuchs der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10% auf USD 9.95 Milliarden. Damit wächst Nike mittlerweile wieder genauso stark wie Adidas – nur auf einem deutlich höheren Niveau. Der Nettogewinn stieg um 15% auf USD 1.09 Milliarden. Um die Verhältnisse zu verdeutlichen: Der Gewinn von Nike im ersten Quartal ist fast doppelt so hoch wie der Gewinn von Adidas im zweiten Quartal 2018 und fast so hoch wie der Quartalsumsatz von Puma. Dass vor allem in Asien und Lateinamerika die Geschäfte von Nike brummen, ist wenig überraschend. Viel wichtiger ist, dass der Konzern auf dem wichtigen Heimatmarkt wieder ordentlich wächst. Nike konnte die Erlöse auf dem weltweit wichtigsten Sportartikelmarkt um ansehnliche 6% steigern. Wir sehen vor allem die Werbekampagne mit dem umstrittenen Football-Spieler Colin Kaepernick als Schlüssel zum Erfolg. Kaepernick war der erste Football-Spieler, der aus Protest gegen Polizeigewalt gegen Schwarze beim Abspielen der Nationalhymne gekniet hatte und nicht gestanden war, was den US-Präsidenten Donald Trump öffentlich zur Weissglut getrieben hatte. Seit Anfang September wirbt Nike mit Kaepernick in den USA, was bei den jungen Nike-Kunden sehr gut ankommt. Ein gewagter, aber erfolgreicher Geniestreich. Nike hat als einer der wenigen Unternehmen in dieser sozialen Frage klar Stellung bezogen. Das zieht Nike-Kunden an.
Konklusion:
Wir empfehlen, die Nike-Aktie zu kaufen. Mit einem 2019er KGV von 27 ist der Titel zwar nicht mehr günstig. Aber die Wachstumsprognosen rechtfertigen eine noch höhere Bewertung.