
Der weltgrösste Sportartikelhersteller hat mit den Zahlen für das vierte Geschäftsquartal positiv überrascht und die Erwartungen der Analysten übertreffen können. Wie Nike jüngst in den USA bekanntgab, legten die Erlöse im vierten Geschäftsquartal (per Ende Mai) um 5.3% auf USD 8.7 Milliarden zu. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz in Höhe von USD 8.6 Milliarden gerechnet. Zu konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz sogar um 7% angewachsen. Der Nettogewinn stieg von USD 846 Millionen in der vergleichbaren Vorjahresperiode auf USD 1 Milliarde. Besonders dynamisch wuchs Nike in China und anderen Schwellenländern. Das US-Geschäft entwickelte sich hingegen nur schwach. Die Erlöse lagen bei gut USD 3.75 Milliarden nur unwesentlich über den Erlösen im Vorquartal – angesichts der Entwicklung in den USA dürfte der Druck auf CEO Mark Parker hoch bleiben, die strategische Neuausrichtung des Sportartikelherstellers mit Hochdruck voranzutreiben. Mitte Juni hatte der Konzern bekanntgegeben, seine Unternehmensstruktur vereinfachen und Stellen streichen zu wollen: Rund 2% der gut 70.000 Beschäftigten müssen den Konzern verlassen. Darüber hinaus will Nike die Zahl der Geschäftsfelder reduzieren und das Schuhsortiment um 25% ausdünnen. Zudem rücken die globalen Millionenmetropolen stärker in den Fokus. Laut Parker sollen künftig 80% des bis zum Jahr 2020 angepeilten Wachstums aus zwölf Millionenstädten rund um den Globus stammen. Die Neuausrichtung hin zu mehr Wachstum ist notwendig, wenn Nike sein mittelfristiges Umsatzziel von USD 50 Milliarden im Jahr 2020 erreichen will. Denn dies bedeutet zugleich, dass Nike in den kommenden Jahren die Erlöse um gut 10% pro Jahr steigern muss. Zusätzliche Wachstumsfantasie schürt unseres Erachtens das angekündigte Pilotprojekt mit dem Online-Händler Amazon. Nike will künftig über die Online-Verkaufsplattform eine Auswahl seiner Produkte direkt verkaufen. Dieses «neue» Geschäftsfeld bietet riesiges Wachstumspotenzial, welches bei Nike in den vergangenen Jahren ignoriert wurde. Das Nike-Papier bleibt unser Favorit unter den internationalen Sportartikelherstellern. Zwar wächst der deutsche Rivale Adidas derzeit wesentlich dynamischer. Wir sind jedoch überzeugt, dass Nike mit den angekündigten Massnahmen die richtigen Stellschrauben im Konzern anzieht, um die Wachstumsraten wieder in Richtung 10% zu hieven. Darüber hinaus ist die Aktie des US-Konzerns (KGV 2018: 19.2) deutlich günstiger bewertet als Adidas (KGV 2018: 23.2) oder Under Armour (KGV 2018: 43.5).
Konklusion:
Wir empfehlen, die Aktie des US-Konzerns Nike zu kaufen. Der Sportartikelhersteller sollte bereits im neuen Geschäftsjahr wieder deutlich schneller wachsen.