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Jahr 2022

Nike

Fit, aber nicht fit genug – so lassen sich die jüngst vorgelegten Quartalszahlen des amerikanischen Sportartikelherstellers aus Investorensicht wohl überschreiben. Insgesamt hinterlässt der weltweit grösste Sportartikelkonzern eigentlich einen robusten Eindruck: Die Erlöse stiegen auf Konzernebene um 5% auf USD 8.43 Milliarden. Zugleich enttäuschte der Konzern bei der Kennziffer der künftigen Bestellungen, die zurückging. Analysten hatten bei beiden Kennziffern mit deutlich mehr gerechnet. Dass der Quartalsgewinn um starke 20% auf USD 1.14 Milliarden ausgeweitet werden konnte, ging in der allgemein schlechten Stimmung unter. Auf dem Handelsparkett sorgt vor allem das schwache Wachstum von lediglich 3% auf dem Heimatmarkt USA für immer grössere Sorgenfalten. Denn während der grosse Konkurrent Adidas und der „Emporkömmling“ Under Armour ihre Markenstrategien mit neuen Werbestars und neuen Produkten aggressiv dem stark zunehmenden Konkurrenzdruck anpassen, droht Nike etwas den Anschluss zu verlieren. Verbraucher würden zunehmend online shoppen und weniger in die Läden der US-Händler gehen, konstatierte CEO Mark Parker. Diese wiederum reagierten mit Sonderangeboten und Preisnachlässen. Seine digitalen Anstrengungen will Nike daher verstärken. Das Rennen um den Konsumenten werde die Marke entscheiden, die sowohl digital als auch beim Service vorn liege, sagte er. Eine Erkenntnis, die nicht gerade sehr revolutionär anmutet. Um den Konkurrenzdruck in den USA jedoch in ein richtiges Licht zu rücken: Adidas generierte im Jahr 2016 so viel Umsatz in den USA wie Nike es in einem Quartal schafft. Auch in Europa kommt Nike derzeit nicht recht vom Fleck. Hier gingen die Zuwächse auf 4% zurück. Vor allem die Region Asien „rettete“ aber das Gesamtbild auf der Umsatzseite. Dank boomender Märkte in China und Japan steigerte der Konzern den Umsatz im zurückliegenden Quartal um 5% auf USD 8.4 Milliarden. Der eher schwächliche Gesamteindruck wurde zudem von einem sehr vorsichtigen Geschäftsausblick noch negativer ausgelegt. Nike-CEO Mark Parker stellte für das laufende Geschäftsquartal ein weiteres „solides Wachstum und Profitabilität“ in Aussicht. Anleger kritisierten dies als sehr vage. Wir halten die negative Sicht auf Nike für masslos übertrieben. Die Aktie des Branchenführers wird derzeit mit einem in der Höhe absolut ungerechtfertigten Abschlag gehandelt. Wir erwarten, dass dieser Abschlag in den kommenden Monaten verkleinert wird und die Nike-Aktie wieder anzieht.
Konklusion:
Die Anleger strafen Nike für die eher schwachen Wachstumszahlen unverhältnismässig scharf ab. Wir sehen in der gegenwärtigen Kursschwäche ein guten Einstiegspunkt.