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Netflix

Trotz unserer Bedenken bezüglich der sehr hohen Bewertung der Aktie werden wir – aller Wahrscheinlichkeit nach – den amerikanischen Streaming-Dienst in den kommenden Tagen in unser US-Musterdepot aufnehmen. Gleich zwei Faktoren dürften das Papier in den kommenden Wochen noch deutlich antreiben: 1. Die von Analystenseite angestossene Diskussion über eine mögliche Übernahme durch Apple. 2. Der mittlerweile fast uneinholbare Vorsprung gegenüber der Konkurrenz.
Was ist dran an einer Übernahme durch Apple?
Der iPhone-Konzern versucht seit Jahren über seinen iTunes-Dienst im Video-Streaming-Geschäft Fuss zu fassen. Bisher eher mit mässigem Erfolg. Einerseits ist die Auswahl auf Filme beschränkt und der Dienst bietet kein konkurrenzfähiges Abomodell an – Filme können nur gekauft oder für eine gewisse Zeit ausgeliehen werden. Im Klartext: Apple hat mit seinem Angebot gegen Netflix oder Amazon Prime Video keine Chance. Doch der Markt für Videostreaming verspricht noch reichlich Wachstum. Im Sommer 2017 hatte Apple angekündigt, gut USD 1 Milliarde in das Video-Streaming-Angebot investieren zu wollen.
In Cupertino scheint man sich über die Bedeutung des Geschäftes bewusst zu sein. Finanziell, so schätzen es die Analysten von Citigroup ein, wäre ein solcher Deal zu stemmen. Dank der US-Steuerreform könnte Apple einen grossen Teil seiner im Ausland lagernden Gewinne in die USA zurückholen. Es handelt sich dabei um eine Summe von gut USD 220 Milliarden. Gemäss Citigroup müsste Apple gerade ein Drittel des gesamten Cash-Berges für eine Netflix-Übernahme aufwenden. Die Wahrscheinlichkeit dass Apple Netflix übernimmt, schätzen die Analysten auf 40%. Grundsätzlich gefällt uns die Idee. Apple wäre damit die unangefochtene Nr. 1 im Musik- und Videostreaming-Universum. Allerdings spricht aus unserer Sicht vor allem ein Fakt gegen die Übernahme. Denn eine so teure Übernahme und der damit verbundene organisatorische Aufwand würde unweigerlich dazu führen, dass sich innerhalb des Apple-Konzerns der Fokus zu Gunsten des Streaming-Geschäftes verschieben würde, was sich negativ auf das lukrative Hardware-Geschäft auswirken könnte. Ein Risiko, dass in der Konzernzentrale in Cupertino wahrscheinlich schwer wiegt. Dennoch dürfte die Börse in den kommenden Wochen das Thema noch fortziehen, was die Netflix-Aktie zu einem Höhenflug animieren könnte.
Uneinholbarer Vorsprung
Darüber hinaus besticht Netflix durch die Qualität und Quantität der Eigenproduktion, welche die Konkurrenz relativ alt aussehen lässt. Die Analysten der Investmentbank Macquarie schätzen, dass der Anteil von exklusiven Eigenproduktionen von 25% im Jahr 2017 auf rund 60% im Jahr 2020 steigen wird, wodurch Netflix Lizenz-Gebühren in Höhe von jährlich USD 2 Milliarden einsparen könne. Zudem eröffnet sich Netflix die Möglichkeit für Distributions-Deals mit klassischen Kabelnetzbetreibern, was eine zusätzliche Einnahmequelle eröffnet. Dass der Disney-Konzern punkto Streaming-Angebot zum Angriff blässt, sollte Investoren nicht abschrecken. Denn der Dienst startet voraussichtlich erst 2019 und Netflix verfügt über eine treue Fan- und Abonnentengemeinschaft. Die hohe Zahlungsbereitschaft der Netflix-Abonnenten ist ein deutlicher Beleg dafür.
Konklusion:
Wir erhöhen unser Rating für Netflix auf „Kaufen“. Kurzfristig dürften die Übernahmespekulationen den Kurs treiben. Zudem besticht Netflix durch seinen fast uneinholbaren Vorsprung.