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Nestlé

Völlig überraschend hat der Schweizer Nahrungsmittelmulti für Bewegung beim Aktienkurs gesorgt. „Nestlé wird strategische Optionen für sein Süsswarengeschäft in den Vereinigten Staaten prüfen, einschliesslich einer möglichen Veräusserung“, teilte das Unternehmen aus Vevey am Genfersee Ende vergangener Woche mit. Bis Ende des laufenden Jahres soll eine Entscheidung fallen. Die Reaktion aufseiten der Aktionäre war fast eindeutig: Die Aktie stieg am Tag der Bekanntgabe um satte 3% – für ein Schwergewicht wie Nestlé ein riesiger Schritt. Die Sparte spielt im Gesamtkonzerngebilde für sich betrachtet nur eine untergeordnete Rolle. Im vergangenen Jahr generierte das Süsswarengeschäft in den USA gerade einmal CHF 900 Milliarden Umsatz. Dies entspricht etwa 1% des Gesamtumsatzes des Nahrungsmittelherstellers. Der Wert des amerikanischen Süsswarengeschäftes wird nach Angaben von Analysten auf etwa CHF 2.5 Milliarden taxiert und umschliesst lokale Schokoladenhersteller wie unter anderem „Butterfinger“, „BabyRuth“, „SkinnyCow“ oder „Chunky“ und Süsswarenmarken wie u. a. „SweeTarts“, „PixyStix“ und dem internationalen Brand „Crunchy“. Als potenzielle Käufer der Sparte sehen wir die beiden führenden US-Süsswarenhersteller Hershey (Marktanteil: >20%) oder Mars (Marktanteil: >20%). Allerdings könnte auch die Nummer 3 auf dem US-Süsswarenmarkt ein Coup wagen. Hierbei handelt es sich um einen alten Bekannten: Lindt (Marktanteil 6%), wobei das US-Markenportfolio von Nestlé aus unserer Sicht eher für die beiden Erstgenannten spricht. Ein weiterer Bieter könnte Mondelez sein. Der Konzern hatte zuletzt immer wieder betont, sein US-Engagement ausweiten zu wollen. Auch wenn die US-Süsswarensparte für Nestlé nur eine untergeordnete Rolle spielt, hat die Ankündigung doch grossen symbolischen Wert. Denn damit deutet sich an, dass der neue CEO Ulf Mark Schneider das gesamte Marken- und Geschäftsportfolio auf den Prüfstand stellt, womit sich weitere wertsteigende Veräusserungsmöglichkeiten ergeben sollten. Der Verkauf des US-Süsswarengeschäfts ist für uns aus finanzieller und struktureller Sicht nachvollziehbar. Einerseits steht das Nestlé US-Süsswarengeschäft (schwache Nummer 4) unter einem starken Wettbewerbsdruck und kann gegenüber den dominierenden Unternehmen keinen Stich machen. Andererseits hat das Geschäft unseres Erachtens keinen grossen finanziellen Benefit für Nestlé gebracht.
Konklusion:
Die Ankündigung ist ein Hinweis darauf, dass bei Nestlé derzeit alles auf dem Prüfstand steht. Die Fokussierung auf schnell wachsende Produktsegmente nimmt Konturen an. Eine positive Entwicklung.