
Die Zahlen für 2016 waren enttäuschend – vor allem punkto Wachstum blieb der Konzern selbst hinter den ohnehin schon wenig ambitionierten Erwartungen zurück. Aber auch der Ausblick für 2017 war nicht dazu angebracht, neue Euphorie rund um den Schweizer Nahrungsmittelmulti zu entfachen. Weder beim Umsatz noch beim Gewinn dürfte Nestlé deutlich Fortschritte machen. Die Erlöse dürften organisch nur zwischen 2% bis 4% wachsen. Der neue CEO Mark Schneider, der seit dem Jahreswechsel die Geschicke des Konzerns leitet, blieb an seiner ersten Bilanzpressekonferenz etwas blass – vor allem auch, weil zuvor die Erwartungen an den Deutschen, der zuvor den Gesundheitskonzern Fresenius geleitet hatte, wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen sind. Auf dem Zürcher Handelsparkett wurde in den vergangenen Monaten immer wieder gemutmasst, dass er dem Nahrungsmittelkoloss über Grossakquisitionen und mittels Portfoliobereinigungen neuen Schub geben werde. Diesen Spekulationen hat der CEO aber erst einmal einen Riegel vorgeschoben. Was die einen Marktteilnehmer mitunter enttäuscht, ist aus unserer Sicht ein lobenswerter Schritt des neuen CEO. Statt auf schnelle Erfolge zu setzen, will Schneider den Konzern nachhaltig weiterentwickeln – kurzfristige, teure und riskante Deals gehören nicht dazu. Allerdings wird Schneider, wenn sich im Laufe der Zeit die Chance bietet, auch die eine oder andere Transaktion abschliessen. Wir erwarten, dass der neue CEO zunächst intern die Stellschrauben neu ausrichtet. Im klassischen Geschäft mit Nahrungsmitteln und Getränken dürfte der Gesundheitsaspekt in Zukunft noch wichtiger werden (siehe Ausgabe Ausgabe 01/2017). Denn wie heisst es: Die beste Vorsorge ist eine gesunde Ernährung. Wir erwarten, dass der neue CEO in diesem Bereich auf mittel- bis langfristige Sicht aufgrund der sehr guten Cash-Position des Unternehmens Zukäufe initiieren wird. Ein zweiter Bereich, der in den kommenden Jahren ausgebaut werden dürfte, ist die Sparte „Consumer Health“, in der es vor allem um medizinische Ernährung und Skin Health geht. Auch in diesem Segment wird Nestlé, sofern die Preise nicht weiter in den Himmel schiessen, mittelfristig Übernahmen anpeilen. Der Fokus liegt bei Nestlé auf einem organischen Wachstum. Dies mag zwar die kurzfristige Fantasie nicht beflügeln. Langfristig fährt der Konzern mit dieser eher defensiven Ausrichtung jedoch besser. Entsprechend bleibt Nestlé aus unserer Sicht ein Basisinvestment für konservative, eher auf Sicherheit bedachte Anleger. Der Geschäftsgang ist sehr visibel, grössere Schwankungen sind die Seltenheit.
Konklusion:
Die konservative Art und Weise des neuen CEO gefällt uns. Auch wenn kurzfristig keine Übernahmen anstehen, dürfte Nestlé mittel- bis langfristig aktiv werden.