
Die Konzernführung des Lebensmittelmultis hat über Jahre das «Nestlé-Modell» propagiert, welches ein mittelfristiges organisches Wachstum zwischen 5% bis 6% garantieren solle. Für den Moment hinkt der Konzern jedoch deutlich hinter diesem Modell hinterher. Die Umsatzzahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres waren enttäuschend. So wurde nur ein organisches Wachstum von 3.3% ausgewiesen, was die Konzernführung dazu nötigte, die Gesamtjahresprognose nochmals deutlich nach unten zu korrigieren. Statt einer organischen Expansion von 4.2% rechnet Nestlé neu nur noch mit einem Wachstum von 3.5%. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass der Konzern an Preissetzungsmacht verliert. Konnte Nestlé in den vergangenen beiden Jahren die Preise noch um je 2.2% erhöhen, fallen die diesjährigen Erhöhungen mit 0.8% enttäuschend aus. Dennoch bleibt Nestlé für uns eine sichere «Bank». Denn im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern kann der Lebensmittelmulti weiter Boden gutmachen. So weist Nestlé für das bisherige Geschäftsjahr ein Mengenwachstum (internes Realwachstum) von 2.5% aus. Bei Unilever fiel die Mengenausweitung mit 1.5% und bei Danone mit 0.5% deutlich tiefer aus. Dies ist jedoch ein Hinweis darauf, dass Nestlé – in einem von Stagnation, Deflation und niedrigen Rohstoffpreisen geprägten Umfeld – Marktanteile hinzugewinnen konnte.
Konklusion:
Investierte Anleger sollten die Aktie des Lebensmittelmultis halten. Nestlé zeigt einmal mehr, dass der Konzern auch in einem schwierigen Umfeld gut zurechtkommt.