
Beim Nahrungsmittelmulti stehen die Ampeln trotz der Corona-Pandemie auf Grün. 2020 konnte der Konzern den organischen Umsatz um 3.9% ausweiten und damit das Wachstumstempo des Jahres 2019 sogar noch einen Tick erhöhen. Zum Vergleich: Wettbewerber Unilever konnte für 2020 nur ein organisches Umsatzwachstum von 1.9% mitteilen. Der ausgewiesene Umsatzrückgang von knapp 9%auf CHF 84.3 Milliarden lässt sich vor allem auf negative Währungseffekte und den Verkauf diverser Unternehmensteile, wie dem Hautpflegegeschäft, des US-Eiscrèmebusiness oder der deutschen Wurstmarke Herta, zurückführen. Besonders stark entwickelte sich Nestlé im Bereich PetCare (+12.2%), Nespresso (+7.0%) und Health Science (12.2%). Der e-commerce wuchs um eindrückliche 48.4%. Der negative Lockdown-Effekt (Stay-at-Home) konnte damit kompensiert werden. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von CHF 12.2 Milliarden, was einem Rückgang von 3% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für 2021 gab sich CEO Mark Schneider vorsichtig optimistisch. Wir gehen davon aus, dass Nestlé in diesem Jahr bereits in den Zielkorridor zwischen 4% und 6% beim organischen Wachstum vorstösst und auch punkto Profitabilität Fortschritte erzielt. Nestlé hat einmal mehr unter Beweis gestellt, dass der Konzern vergleichsweise krisenresistent ist. Allerdings fehlen positive Überraschungen, die dem seit Mitte 2020 sinkenden Aktienkurs neuen Schwung geben könnten. Nach dem Kurssprung im Jahr 2019, als sich der Konzernumbau von CEO Schneider erstmals richtig bemerkbar machte, scheint die Luft für weitere Kursgewinne dünn zu sein.
Konklusion:
Bei Nestlé fehlt seit Monaten der Überraschungsmoment, welcher der Aktie nochmals Rückenwind geben könnte. Kurse über CHF 105 laden zu Gewinnmitnahmen ein.
(red./mda)