
Mit einem organischen Wachstum von 4.3% im ersten Quartal ist der Lebensmittelmulti so schnell gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr – und auch deutlich schneller als von Analysten in Aussicht gestellt wurde. Zwar spürte der Konzern den Lockdown in China – dort ging der Absatz im zweistelligen Prozentbereich zurück. Dies wurde aber durch die Hamsterkäufe in vielen westlichen Ländern überkompensiert. Beachtenswert ist, wie schnell sich Nestlé den neuen Rahmenbedingungen, den veränderten Kundenbedürfnissen und nicht zuletzt den Herausforderungen in den Lieferketten angepasst hat. Wir gehen davon aus, dass die Zahlen zum zweiten Quartal ähnlich gestrickt sein werden. Einerseits bremst der Lockdown das Geschäft beispielsweise im hochmargigen Premiumgeschäft oder im Ausserhausgeschäft bei Nespresso. Andererseits dürfte die Nachfrage nach Fertigprodukten zumindest in Q2 in Europa und den USA hoch bleiben. Dies dürfte aber kein nachhaltiger Trend sein, welcher sich bei einem sich wieder normalisierenden Wirtschaftsleben deutlich abschwächt. So schön die Entwicklung in Q1 und wahrscheinlich auch Q2 sein wird, sie wird nicht von Dauer sein. Entsprechend sollten sich Anleger im Verlauf des Jahres wieder auf niedrigere Wachstumsraten einstellen. Dass Nestlé an den bisher gültigen Jahreszielen festhält und weiter eine Steigerung des organischen Wachstums und der Profitabilität anstrebt, ist angesichts der Unwägbarkeiten des Gesamtumfelds aller Ehren wert.
Konklusion:
Das hohe organische Wachstum in Q1 und wahrscheinlich auch Q2 ist nicht nachhaltig. Aber es zeigt, dass Nestlé die Herausforderungen der Krise sehr gut meistern kann. Nestlé ist ein Basisinvestment!