
Der Nahrungsmittelmulti hat unter CEO Mark Schneider die Wachstumsschwäche überwunden. Im vierten Quartal 2018 wuchs Nestlé, bereinigt um Wechselkurseffekte und Zu- und Verkäufen, um 3.7%, womit sich das Wachstumstempo kontinuierlich beschleunigt. Nach neun Monaten stand bei dieser Kennzahl ein Plus von 2.8%. Das organische Wachstum erreichte im Berichtsjahr 3.0%, wovon 2.5 Prozentpunkte aus einem Mengenwachstum und 0.5 Prozentpunkte aus Preissteigerungen resultierten. Der Gesamtumsatz stieg im Gesamtjahr 2018 um 2.1% auf CHF 91.4 Milliarden, wobei negative Wechselkurseffekte den Erlös mit 1.6% belasteten. Ein solides Bild hinterliess auch die Gewinnentwicklung. Die operative Gewinnmarge verbesserte sich um 50 Basispunkte auf 17%, womit Nestlé die eigenen und auch die Vorgaben der Analysten punktgenau traf. Unter dem Strich schlug ein Reingewinn von CHF 10.1 Milliarden zu Buche, nach CHF 7.2 Milliarden im Vorjahr. Der Gewinnsprung wurde allerdings durch Einmaleffekte bewirkt, wie beispielsweise den Verkauf des US-Süsswarengeschäfts.
Für 2019 strebt der Konzern an, das organische Wachstum weiter anzukurbeln, damit spätestens 2020 wieder Wachstumsraten von 5%, wie in früheren Jahren, erreicht werden können. Dies bedeutet zugleich, dass der Transformationsprozess bei Nestlé noch lange nicht abgeschlossen ist – schnell wachsende Sparten wie das Geschäft mit Wasser, Kaffee, Babynahrung, Tiernahrung oder Gesundheitsprodukten dürften weiter gestärkt werden, während andere, weniger dynamische Sparten wie beispielsweise die Hautgesundheitssparte „Skin Health“ auf dem Prüfstand stehen. Bis Mitte des Jahres soll z.B. entschieden sein, wie es mit Skin Health weitergeht. Das Interesse an der Sparte soll gross sein. Ein Verkauf erscheint uns daher die erfolgversprechendste Variante. Auch das Fleischwarengeschäft (Marke Hertha) steht vor einem Kurswechsel. So sollen vegetarische Produkte im Konzern verbleiben, während fleischhaltige Produkte anscheinend auf der Abschussliste stehen. Vielversprechend erscheint uns zudem die Produktoffensive im Zusammenhang mit Starbucks. Insgesamt 24 Produkte, darunter auch Starbucks-Kapseln auf Basis des Nespresso-Systems, hat Nestlé jüngst an den Start gebracht. Vor allem in den USA könnte Nestlé mit dieser aggressiven Strategie Anteile auf dem heiss umkämpften Kaffeemarkt gewinnen.
Darüber hinaus deutete CEO Mark Schneider an, dass Nestlé weiter nach attraktiven Übernahmeobjekten Ausschau hält. Es gebe keinen Grund, sich zurückzulehnen. „Die Weiterentwicklung des Portfolios wird weitergehen“, sagte Schneider.
Konklusion:
Investierte Anleger halten Nestlé die Treue und lassen die Gewinne unverändert laufen. Wir erhöhen unser mittel- bis langfristiges Kursziel auf CHF 100.