
Mit den jüngst vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal hat der Darmstädter Pharma-Konzern ein gemischtes Bild hinterlassen. Zwar stieg der Umsatz im dritten Jahresviertel 2018 organisch um 9% und währungsbereinigt um 6.6% auf EUR 3.75 Milliarden. Damit konnte Merck die Konsensprognose der Analysten um 3% schlagen. Allerdings dürfte die Gewinnentwicklung wie in den Vorquartalen weiter ins Stocken geraten. Der operative Gewinn auf Stufe Ebitda ist um 6% auf EUR 963 Millionen gesunken – Analysten hatten im Schnitt jedoch mit einem noch schlechteren Ergebnis gerechnet. Unter dem Strich konnte Merck einen Gewinn von EUR 1.32 pro Aktie ausweisen, was gut 4% über der Konsensschätzung lag. Auch der Ausblick des Unternehmens hinterliess für das Übergangsjahr 2018 ein durchzogenes Bild. Während der Umsatzausblick von EUR 14.1 Milliarden bis EUR 14.6 Milliarden auf neu EUR 14.4 Milliarden bis EUR 14.8 Milliarden angehoben wurde, blickt Merck bei der Gewinnentwicklung noch trüberen Zeiten entgegen. Die Ebitda-Prognosen wurden von EUR 3.75 Milliarden bis EUR 4 Milliarden auf EUR 3.7 Milliarden bis EUR 3.9 Milliarden leicht gesenkt. Beim Gewinn pro Aktie wird neu EUR 5.0 bis EUR 5.3 angepeilt, womit das obere Gewinnziel um EUR 0.10 gesenkt wurde. Der getrübte Ausblick ist vor allem auf Währungseffekte in Lateinamerika zurückzuführen. Wir halten der Aktie trotz der schwachen Gewinnentwicklung dennoch die Treue. Denn einerseits zeigt Merck bei den bisherigen Bestsellern keine Schwäche. So konnte beispielsweise das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten um mehr als 6% ausgebaut werden. Zudem lieferten die beiden Neuentwicklungen Bavencio (gegen Krebs) und Mavenclad (Multiple Sklerose) erstmals einen namhaften Umsatzbeitrag von EUR 50 Millionen ab, was auf eine grössere Wachstumsdynamik in den kommenden Quartalen hinweist. Zudem erscheint uns die Produktepipeline im Pharmageschäft aussichtsreich. Das Krebs-Medikament Bavencio befindet sich bereits in fortgeschrittenen Studien gegen eine Reihe weiterer Krebsarten. Darüber hinaus steht eine Entwicklungsallianz für ein weiteres Krebsmedikament an, das bisher vielversprechende Daten geliefert hat. Zudem entwickelt Merck derzeit eine weitere Produktneuheit im Bereich Multiple Sklerose, was von Analysten als sehr aussichtsreich angesehen wird. Ist Merck mit diesen Entwicklungen insgesamt erfolgreich, hellen sich die mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten deutlich auf. Darüber hinaus erweist sich die Lifescience-Sparte, die das umfangreiche Geschäft mit Laborreagenzien und Biotech-Vorprodukten umfasst, als ein zuverlässiger und dynamischer Wachstumsmotor.
Konklusion:
Wir gehen davon aus, dass die Merck-Aktie den Aufwärtstrend der vergangenen Monate fortsetzt. Investierte Anleger halten den Titel entsprechend.