
Dass der Darmstädter Pharmakonzern sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten verkaufen möchte, ist seit längerer Zeit bekannt. Merck erhoffte sich, einen Verkaufserlös von mindestens EUR 4 Milliarden erzielen zu können. Davon scheint man in der oberen Führungsetage des Konzerns nun nicht mehr überzeugt. Wie auf dem Börsenparkett in Frankfurt spekuliert wird, muss Merck seine Mindestpreiserwartung aufgrund ungünstiger Marktfaktoren deutlich senken. Unter Händlern hat der amerikanische Wettbewerber Pfizer den Darmstädter, das Geschäft vermiest. Denn der US-Konzern hatte, kurz nachdem Merck offiziell die Verkaufsabsichten und auch den Mindestverkaufspreis bestätigte, selbst angekündigt, das eigene Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten abstossen zu wollen. Zwei OTC-Geschäfte, die gleichzeitig zum Verkauf stehen, sind für die laufenden Verkaufsauktionen ungünstig. Gemäss Händlerkreisen drängt Merck darauf, dass die Kauf-Interessenten im März nun verbindliche Offerten einreichen. Allerdings ist die Pfizer-Offensive nur einer von zwei Belastungsfaktoren. Denn auch der ursprünglich angepeilte Mindest-Verkaufspreis wird hinter vorgehaltener Hand kritisiert. Ausgehend vom zuletzt veröffentlichten Sparten-Ebitda aus dem Jahr 2014 errechnet sich ein Verkaufspreis-Multiplikator von fast 24. Merck veröffentlicht keine Gewinnzahlen mehr für die Sparte – deutlich angezogen habe das Ebitda seitdem aber nicht. Auf dem Börsenparkett wird ein Multiplikator von 20 als realistischer betrachtet, wodurch sich ein Verkaufspreis von EUR 3.4 Milliarden bis EUR 3.6 Milliarden errechnet.
Konklusion:
Beim Darmstädter Pharmakonzern scheint derzeit wenig nach Plan zu verlaufen. Bisher enttäuscht unser Depotwert auf ganzer Linie. Wir stufen die Aktie auf „Halten“ mit negativer Tendenz zurück.