
Die amerikanische Fastfood-Kette hat im vierten Quartal 2016 erneut weniger Umsatz erzielt, wie jüngst bekannt gegeben wurde. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr um gut 5% auf USD 6.03 Milliarden. Es war bereits das zehnte Quartal mit schrumpfenden Umsätzen. Was auf den ersten Blick äusserst negativ erscheint, ist auf den zweiten Blick jedoch positiv zu werten. Denn einerseits hatten Analysten im Schnitt mit einer noch schlechteren Erlösentwicklung gerechnet. Andererseits widerspiegelt sich in den schrumpfenden Umsätzen eine weitreichende Restrukturierung des operativen Geschäfts. So werden unrentable Filialen entweder geschlossen oder verstärkt an Franchisenehmer abgegeben.
Vor allem im bevölkerungsreichen Asien setzt McDonald‘s verstärkt auf das Franchise-Modell. Das Geschäft in Festland-China und Hong Kong wurde zu 80% an den chinesischen Citic-Konzern und den Finanzinvestor Carlyle verkauft. Der Deal dürfte der Fastfood-Kette rund USD 1.7 Milliarden in die Tasche spülen. Zudem sind die Partner vertraglich verpflichtet, in den kommenden fünf Jahren 1‘500 Filialen in kleineren Städten zu eröffnen. Neben der Expansion dürfte auch die teure Renovation älterer Filialen vorangetrieben werden. Im Gegenzug verliert McDonald‘s die Kontrolle über 2‘400 Geschäfte in China und 240 in Hong Kong. In Japan stehen nach Angaben des Wall Street Journals gut 30% des Geschäfts zum Verkauf. Auch in Taiwan und Südkorea ist McDonald‘s auf der Suche nach lokalen Partnern.
Teil der Antikrisen-Strategie
Zwar nimmt McDonald‘s durch das Franchise-Modell in Kauf, Umsatz zu verlieren – bleibt über die Lizenzgebühren aber am Umsatz beteiligt. Zugleich minimiert der Konzern aber sein unternehmerisches Risiko und kann die Kosten deutlich senken. Zudem holt sich die Fastfood-Kette regionale Expertisen an Bord, die die jeweiligen Märkte besser verstehen und bearbeiten können. Die konsequente Lokalisierung des Speiseangebots steht weit oben auf der Agenda. In Indien, wo McDonald‘s seit dem Markteintritt 1996 mit Hardcastle Restaurants zusammenarbeitet, wird zum Beispiel weder Rinderfleisch noch Schweinefleisch verarbeitet. Vor allem Poulet und Paneer (ein Fleischersatz) werden in Indien angeboten. Langfristig will McDonald‘s sich noch stärker aus dem Filialgeschäft zurückziehen. Bereits heute werden gut 80% der weltweit 36‘000 Filialen durch Franchisenehmer geführt. Dieser Anteil soll in den kommenden Jahren auf 95% gesteigert werden. Aus unserer Sicht ist die Neuausrichtung des Konzerns vielversprechend: Die Kosten sinken, während das Geschäft durch lokale Franchisenehmer besser expandieren kann.
Konklusion:
Wir warten mit Spannung auf den Investors Day am 01. März, von dem wir uns Rückschlüsse auf die weitere Wachstumsstrategie erhoffen. Dieser könnte der Aktie Rückenwind geben.