
S&P500 ist nur ein Zerrbild der Realität
Das neuartige Coronavirus Sars-Cov-2 hat sich tief in das amerikanische Wirtschaftssystem gefressen. Die USA steuern auf die grösste Krise seit «The Great Depression» in den 1930er Jahren zu. Jerome Powell, Chef der amerikanischen Notenbank Fed, zeichnete jüngst ein dunkles Bild: Er sprach von einem Wirtschaftseinbruch von bis zu 30%. Allein im Monat April verloren gut 20.5 Millionen Menschen ihren Job, die Arbeitslosigkeit schoss auf gut 15% in die Höhe – es ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnung 1948. An der Börse scheint der Schrecken der Pandemie mittlerweile fast wie eine gespensterhafte, kurze Episode aus der Vergangenheit. Der S&P500 hat bereits mehr als die Hälfte der Verluste während des Rekordcrash bereits wieder gutgemacht. Im Crash wurden die Kursgewinne der vergangenen gut drei Jahre vernichtet. Mittlerweile notiert der Index bereits wieder auf dem Stand vom vergangenen Oktober. Natürlich gibt es Gründe für diese scheinbare Entkopplung der Märkte von der Realwirtschaft – wir haben diese in den vergangenen Wochen mehrfach angesprochen. Zugleich muss bemerkt werden, dass der S&P500 zugleich nur ein Zerrbild der tatsächlichen Börsenstimmung wiedergibt. Denn der Index wird von den «Big Five» aus dem Tech-Segment dominiert. Die fünf wertvollsten Unternehmen aus dem Index, Alphabet, Amazon, Apple, Facebook und Microsoft, machen mittlerweile rund 20% des Index aus. Dabei weisen Amazon, Apple und Microsoft eine Börsenkapitalisierung von je mehr als USD 1’000 Milliarden auf. Ein solches Ungleichgewicht gab es unseres Wissens im S&P500 noch nie. Gemäss einer Studie von Goldman Sachs weisen die Big Five für die Spanne von Januar bis Ende April einen Kursgewinn von 10% aus, während die anderen 495 aus dem S&P500 auf einen Kursverlust von rund 13% kommen. Wir sind optimistisch, dass nicht nur die Big Five, sondern der gesamte US-Aktienmarkt weiter outperformt. Denn wir gehen davon aus, dass die billionenschweren Hilfsprogramme der Fed der Börse weiter kräftig Rückenwind geben. Zur Einordnung: Die US-Notenbank hat ihre Bilanz von USD 4.2 Billionen Anfang März auf mittlerweile rund USD 7 Billionen ausgeweitet. Natürlich erscheinen Rückschläge möglich – vor allem wenn sich die wirtschaftliche Erholung langsamer gestaltet als erwartet. Aber die Märkte schwimmen in Liquidität, was die Kurse auf lange Sicht massiv stützen sollte. Langfristig denkende und handelnde Investoren werden belohnt!
Konklusion:
Wir bleiben für den amerikanischen Aktienmarkt optimistisch. Die Liquiditätsrallye nimmt gerade erst Fahrt auf. Auf lange Sicht lockt der Markt mit einem ansehnlichen Upside-Potenzial!