
Gold, Anleihen, Immowerte und der USD bieten Chancen
Das „Ja“ der Briten zum EU-Austritt hat unsere schlimmsten Befürchtungen sogar noch übertroffen. Der Schweizer Leitindex – allen voran Werte aus dem Finanzsektor – fiel in der zurückliegenden Berichtswoche regelrecht in ein bodenloses schwarzes Loch. Ein Bild, das in ganz Europa zu beobachten war. Scharenweise kürzten die Analysten ihre Gewinnerwartungen für den Bankensektor – dies beschleunigte den allgemeinen Abgabedruck immens. Der panikartige Ausverkauf mag einigen Marktbeobachtern als Übertreibung erscheinen. Dennoch sollten sich Anleger darauf einstellen, dass die Verkaufswellen noch nicht ausgerollt sind und die Märkte noch deutlich tiefer tendieren könnten. Das grösste Problem ist dabei die Unsicherheit über die wirtschaftlichen und politischen Folgen des britischen Referendums. Es fehlen schlicht die Präzedenzfälle, die einen Hinweise darauf liefern könnten, auf was sich Investoren, Unternehmen und die Politik in den kommenden Monaten einzustellen haben. Wir gehen für den Moment auf Nummer sicher und reduzieren unsere Risiken schlagartig. Wir haben uns komplett aus dem Finanzsektor zurückgezogen und die erlittenen Verluste in Kauf genommen. Wir erwarten, dass der gesamte europäische Bankensektor das Ende der Talfahrt noch nicht erreicht hat. Angesichts der noch immer tendenziell schwachen Kapitalausstattung einiger EUR-Banken ist selbst ein erneutes Aufflammen der Finanzkrise nicht auszuschliessen. Darüber hinaus bauen wir kurzfristig ein kleines Exposure im Schweizer Immobiliensektor auf – vor allem in Krisenzeiten erweisen sich diese Titel als sehr werterhaltend. Ferner sollten Anleger zudem die kurzfristige Umschichtung in sicher geltende Staatsanleihen nicht ausschliessen. Anleger sollten dabei die Renditen vergessen und auf einen Anstieg der Anleihenkurse wetten. Dies verspricht zwar keine grossen Sprünge, ist aber besser als an der Börse Geld zu verlieren. Neue Gewinnchancen sehen wir nach dem Referendum beim Gold. Angesichts der Unsicherheiten dürfte der sicherste aller Häfen in den kommenden Wochen noch an Attraktivität gewinnen. Wir erhöhen unser kurzfristiges Gold-Preisziel auf USD 1‘400 bis USD 1‘450 pro Feinunze. Auch im Währungssektor sehen wir Möglichkeiten, um aus der zerfahrenen Situation Kapital zu schlagen. Long on USD, short on EUR und JPY!
Konklusion:
Wir gehen in die Defensive und setzen auf sichere Häfen. Gleichzeitig reduzieren wir unser Exposure im Schweizer Finanzsektor auf null.