
Das Re-opening der Wirtschaft zeichnet sich ab
Die europäischen Aktienmärkte scheinen die kurzfristige Schwächephase zu Beginn der aktuellen Berichtsperiode bereits wieder abgeschüttelt zu haben. Vor allem steigende Inflations- und Zinssorgen in den USA zogen auch die Aktienkurse in der Eurozone in die Tiefe. Zum Auftakt der aktuellen Handelswoche scheinen sich diese Sorgen aber bereits wieder in Luft aufgelöst zu haben. Wir bleiben mit Blick auf die europäischen Aktienmärkte in der Summe aller Faktoren optimistisch. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die EZB selbst bei einer anziehenden Inflation in Richtung 2% die Füsse stillhalten wird. Einerseits würde eine verfrühte Straffung der Geldpolitik die Konjunkturerholung deutlich belasten, was die Geldhüter in Frankfurt unseres Erachtens unter allen Umständen vermeiden wollen. Die Länder können sich von den negativen Folgen der Pandemie nur erholen, wenn sich die Konjunktur über längere Zeit erholen kann – auch um die Staatsfinanzen zu entlasten. Andererseits wären jegliche Straffungsbemühungen seitens der EZB Gift für die Refinanzierung der Staaten. Zahlreiche Länder mussten ihre Schulden infolge der Pandemie derart ausweiten, dass eine verfrühte geldpolitische Straffung Fragen aufwerfen dürfte, ob die Schuldenlast überhaupt zu stemmen ist. Die Folgen wären wieder einmal unsägliche Diskussionen über die Zukunft der europäischen Währungsunion. Kurzum: Wir fokussieren uns gegenwärtig auf die sich langsam abzeichnende Konjunkturerholung in Europa und das Re-opening der Wirtschaft. Auch eine mögliche dritte Pandemiewelle, wie sie sich in zahlreichen Ländern abzeichnet, dürfte an den Aktien-märkten den langfristig optimistischen Blick in die Zukunft nicht trüben. Zwar läuft die Impfkampagne gegen Covid-19 in Europa noch vergleichsweise langsam, aber sie wird im Laufe von Q2/2021 Fahrt aufnehmen und die Tür für eine schrittweise Rückkehr in ein „normales“ Leben weit aufstossen. Wir gehen davon aus, dass die Konjunktur bereits in Q2/2021 an Dynamik gewinnt, womit sich die Umsatz- und Gewinnaussichten der Unternehmen weiter aufhellen sollten. Dies dürfte die Aktienkurse stützen. Entsprechend sollten kurzfristige Verwerfungen, wie sie vergangene Woche zu beobachten waren, ausgesessen werden.
Konklusion:
Die Konjunktur in der Eurozone sollte bereits in Q2/2021 erste Erholungsanzeichen aufweisen und im weiteren Jahresverlauf deutlich an Dynamik gewinnen. Bleiben Sie investiert!
(red./mda)