
Märkte sind im November heiss gelaufen
Der Impfstoff-Durchbruch im Kampf gegen die Sars-CoV-2-Pandemie, die damit verbundene Hoffnung auf eine Rückkehr zum „normalen Leben“ und die Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten haben den europäischen Aktienmärkten einen grandiosen Börsenmonat beschert. Der Euro Stoxx50 zog in den vergangenen 30 Tagen (per Ende November) um satte 18% an – rekordverdächtig. Besonders gut lief es an jenen Märkten, die zuvor stark unter der Pandemie gelitten hatten. Der österreichische ATX legte 24% zu, der spanische Ibex-35 gewann auf Monatssicht 25% und der italienische MIB zog um knapp 23% an. Allerdings verlief die Erholung im November keineswegs linear. In der ersten Monatshälfte stiegen die Kurse infolge der US-Wahlen und der Nachrichten zum Impfstoff-Durchbruch explosionsartig an. Danach flachte der Aufwärtstrend ab, um in der letzten Berichtsperiode im November komplett zum Erliegen zu kommen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die positiven News mittlerweile komplett eingepreist sind. Der Relative Stärke Index bewegt sich mit knapp 65 Zählern weiter auf erhöhtem Niveau, womit die Luft für weitere Kursgewinne zumindest auf kurze Sicht dünn erscheint. Ein Bild, welches auch durch den MACD-Indikator aktuell gezeichnet wird. Mit Blick auf die verbleibenden vier Handelswochen des Jahres 2020 sind wir vorsichtig optimistisch. Die Stimmung hat sich merklich aufgehellt, was die Aktienkurse zumindest auf kurze Sicht stützen sollte und grössere Rückschläge von 10% und mehr verhindern sollte. Gegenwärtig fehlen aber die Impulse, um nochmals Käufer in Massen an den Markt zu locken. Ein Wendepunkt könnten allerdings die Sitzungen der Europäischen Zentralbank (10.12) sowie der amerikanischen Notenbank Fed (16.12.) sein. Sollten diese ihre geldpolitischen Stellschrauben über Erwarten nochmals stark lockern, könnte dies den Märkten in der zweiten Monatshälfte nochmals Schwung geben. Investierte Anleger lassen die Gewinne laufen.
Konklusion:
Ein Grossteil der erhofften Jahresendrallye ist bereits im November gelaufen. Im Dezember dürfte die Dynamik an den Märkten insgesamt abnehmen.