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Marktkomentar - USA

Der Ton zwischen den USA und China wird wieder rauer
Die auf Hochtouren laufende Berichtssaison für das erste Quartal 2020 in den USA kann bisher – und etwas überraschend – als solide beschrieben werden. Die Pandemie bzw. die Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben tiefe Bremsspuren in den Bilanzen hinterlassen. Auch der kurzfristige Ausblick auf das zweite Quartal 2020 fällt – wenig überraschend – düster aus. Der wirtschaftliche und soziale Lockdown in zahlreichen Ländern trifft Unternehmen mit voller Wucht. Zugleich können aber zahlreiche Unternehmen zumindest für den chinesischen Markt zumindest Entwarnung geben: Nachdem die chinesische Regierung den Lockdown aufgehoben hat, normalisiert sich das Geschäftsleben dort bereits. Die Produktion kann vergleichsweise problemlos hochgefahren werden und die Konsumenten strömen wieder in die Läden. Es könnte eine Blaupause für die westliche Welt werden. Angesichts der enormen Rettungsschirme, welche die US-Regierung und die Notenbank gespannt haben, wächst bei Anlegern die Hoffnung, dass die negativen Folgen der Pandemie aufgefangen werden können, zumal sich jüngst auch die Infektionsraten und die Letalität in den USA zumindest nicht mehr exponentiell erhöhten. Auch in den USA dürfte der Höhepunkt der Pandemie überschritten sein. Dennoch sollte an den Märkten die Musik noch nicht zu laut aufgedreht werden. Wir orten derzeit vor allem auf geopolitischer Ebene neue Risiken, welche die gute Stimmung an den Märkten nachhaltig trüben könnten. Denn die Spannungen zwischen den beiden Grossmächten USA und China sind zuletzt wieder deutlich gestiegen. Wie wir bereits in den vorherigen Ausgaben mutmassten, sucht die US-Regierung um Donald Trump einen Schuldigen für die Pandemie, den sie zur Verantwortung ziehen können. Und diesen scheinen sie gefunden zu haben: China! Nicht nur, dass das Land zu Beginn der Pandemie die restliche Welt über die Epidemie belogen habe. Viel schwerer wiegt, dass die USA den Ursprung der Pandemie in einem Hochsicherheitslabor in Wuhan orten – dem Epizentrum, von dem aus das Virus in die ganze Welt verbreitet wurde. Bereits droht Donald Trump China mit neuen Strafzöllen. Die Tonalität zwischen beiden Staaten hat sich deutlich verschärft. Der Konflikt droht wieder heiss zu werden, was der ohnehin angeschlagenen globalen Konjunktur den Rest geben könnte. Diese Aussicht dürfte die Marktentwicklung in den kommenden Tagen deutlich dämpfen.

Konklusion:
Wir halten vorerst an unserem Engagement fest – raten derzeit aber von Neukäufen vorsichtshalber ab. Der Konflikt zwischen den USA und China droht die gute Stimmung am Aktienmarkt zu killen!