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Lyft

Der Börsengang des Fahrdienstvermittlers Lyft war ein durchschlagender Erfolg. Der erste Börsenkurs lag mit USD 72 gut 21% über dem Ausgabepreis. Insgesamt konnte Lyft USD 2.3 Milliarden durch den Gang an die Börse einnehmen. Es war der grösste Börsengang seit dem IPO von Snap vor gut zwei Jahren. Der Fahrdienstvermittler wird mit gut USD 23 Milliarden an der Börse bewertet – eine ansehnliche Summe, wenn man bedenkt, dass Lyft in all den Jahren seiner Existenz noch nie schwarze Zahlen geschrieben hat und zudem unter einem enormen Konkurrenzdruck steht. Denn mit Uber wartet bereits der nächste Fahrdienstvermittler auf das IPO.
Lyft und Uber kämpfen um die Macht
Lyft und Uber bieten letztlich nur eine Plattform an, auf der Kunden einen privaten Chauffeur bestellen können. Ein modernes Taxi-Unternehmen – mehr sind weder Lyft noch Uber nicht. Ob man ein solches Unternehmen wirklich mit USD 23 Milliarden bewerten will, erscheint uns doch eher fragwürdig. Denn letztlich setzt man mit dem Kauf der Aktie nur auf eine weit entfernte Zukunftsfantasie – dazu aber später mehr.Lyft wurde im Jahr 2012 gegründet und befindet sich seitdem mit dem deutlichen grösseren Wettbewerber in einem fast ruinös anmutenden Kampf um Preise und Marktanteile. In den USA kommt Lyft auf einen Marktanteil von gut 34%, während Uber fast 65% des Marktes auf sich vereint. Laut einer Studie der UBS kommt Uber weltweit auf einen Marktanteil von 36%, Lyft kommt gerade auf 6% und liegt damit noch hinter dem südostasiatischen Anbieter Grab (13%) und dem indischen Vermittler Ola (9%). Im Kampf um den Markt haben Investoren bereits Milliarden in die Unternehmen investiert, obwohl das Geschäft nicht profitabel ist. Lyft schloss das vergangene Geschäftsjahr mit einem Verlust von fast USD 1 Milliarden ab – ein Drittel mehr als 2017. Noch nie hat ein Börsenneuling im Jahr vor dem IPO einen höheren Verlust ausgewiesen. Und der Ausblick, welchen Lyft im Verkaufsprospekt gibt, ist nicht gerade rosig. Dort wird gewarnt, dass Lyft noch auf Jahre hin nicht profitabel arbeiten werde.
Eine Wette auf eine noch sehr vage Zukunft
Dass die Anleger dennoch wie verrückt zu den Papieren griffen, führen wir auf ein Szenario zurück, welches sich erst – wenn überhaupt – in einigen Jahren abzeichnen könnte. Denn wirklich Sinn macht das Geschäft von Lyft und Uber erst, wenn aus der Vermittlung von privaten Chauffeuren die Vermittlung von autonom fahrenden Autos wird. Dann würden die Kosten für die Fahrer komplett entfallen, dann könnten aus den enormen Verlusten dereinst riesige Gewinne werden. Ob sich dies aber jemals verwirklicht, erscheint vielen Marktbeobachtern zumindest auf absehbare Zeit von fünf bis zehn Jahren eher unwahrscheinlich. Die Euphorie um den Fahrdienstvermittler Lyft ist gross, aber vor allem eine Wette auf eine sehr vage Zukunftsvision. Wir fürchten einerseits, dass diese Euphorie verfliegt, sobald der wesentlich grössere Wettbewerber Uber sein Debüt auf dem Handelsparkett in New York feiert. Andererseits erscheinen uns die Zukunftsaussichten auf absehbare Zeit trist. Denn Gewinne zeichnen sich bei Lyft auf absehbare Zeit nicht ab. Lyft und Uber – es sind moderne Taxi-Unternehmen – mehr nicht. Der Hype wird verfliegen, der Aktienkurs wird abstürzen. Hände weg!

Konklusion:
Die Euphorie rund um den Börsengang von Lyft wird ebenso verfliegen, wie jener um den App-Anbieter Snap. Lyft und später Uber sind Wetten auf eine weit entfernte Zukunftsvision.