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Lufthansa

Die SARS-CoV-2-Pandemie hat Europa fest im Griff. Die Zahlen der Neuinfektionen steigen vielerorts dramatisch und fast täglich werden neue Reisewarnungen ausgesprochen. Die europäische Tourismusindustrie und damit auch die Luftfahrtindustrie liegen nach einem durchaus positiv verlaufenen Sommer erneut am Boden. Der sommerliche Silberstreif am Horizont erwies sich als Trugbild. Von einer wie auch immer gearteten Normalisierung kann keine Rede sein.
Die Lufthansa streicht ihren Winterflugplan bereits erneut massiv zusammen. Das Angebot soll statt der ursprünglich anvisierten 50% des vorjährigen Niveaus nur noch 30% betragen. Auf der Langstrecke sollen es gar nur 23% werden, wobei selbst dies noch zu viel erscheint. Denn die Auslastung der Flüge in die USA ist sehr mager. Bereits im Sommer hatte die Airline angekündigt, dass die Flugzeugflotte dauerhaft um 100 Flugzeuge verkleinert werden soll – doch selbst dieser Sparplan hat sich mittlerweile als zu optimistisch erwiesen. Neue Sparrunden sind unausweichlich. Wie schwer die Krise lastet, zeigt sich auch an der Tatsache, dass die Lufthansa die Ausbildung neuer Piloten an der Verkehrsfliegerschule in Bremen auslaufen lässt. Den Schülern wurde dringend geraten, sich neue Berufswege zu suchen. Die Airline habe auf Jahre hin kein Bedarf an neuen Piloten. Auch an der Börse spiegelt sich das trübe Umfeld wider. Sprang der Aktienkurs mit Beginn der Sommerferien noch kräftig an, so rutschte das Papier mit den steigenden Infektionszahlen wieder ab und notierte jüngst auf einem Mehrjahrestief. Noch steht die Airline – auch dank eines milliardenschweren Staatskredits – bilanziell solide da. Aber es deutet sich an, dass zumindest das vierte Quartal katastrophale Zahlen bringen wird. Die Airline muss den Mittelabfluss massiv eindämmen. Rund EUR 500 Millionen verbrannte die Lufthansa zuletzt pro Monat. Dieser Wert soll auf EUR 400 Millionen gesenkt werden. Aber selbst dies ist noch ein markant hoher Wert angesichts der sehr trüben Aussichten. Auch wir sehen uns mittlerweile gezwungen, zu reagieren und stufen sowohl die Aktie der Lufthansa als auch Ryanair, Fraport und Flughafen ZH auf „Halten“ zurück. Aktuell drängen sich Neuinvestments nicht auf – zu hoch erscheinen die kurzfristigen Kursrisiken. Mittlerweile ruht die Hoffnung auf Besserung allein auf der baldigen Verfügbarkeit eines wirksamen Impfstoffes gegen Covid-19.

Konklusion:
Die Krise in der Luftfahrtindustrie verschärft sich mit den steigenden Infektionszahlen in Europa. Die kurzfristigen Kursrisiken sind deutlich gestiegen. Wir stufen die Aktien aus dem Sektor auf „Halten“ zurück.