
Als die chinesische Kaffeehauskette Luckin Coffee vor etwas mehr als einem Jahr an die US-Börse strebte, warnten wir vor einem Einstieg (Ausgabe 19/2019). „Luckin Coffee ist eines dieser gehypten chinesischen Unternehmen, die vor allem mit einer tollen Story die Anleger anlocken. Bei genauerer Betrachtung verlieren diese Unternehmen aber kräftig an Glanz. Kaufen Sie das Original – Starbucks!“, schrieben wir damals. Und unsere düstere Prognose wurde von der Realität sogar noch getoppt. Ein massiver Bilanzskandal, der bis in die höchsten Ebenen des Unternehmens reichte, schockte die Marktteilnehmer. Bis zu USD 310 Millionen Umsatz sollen erfunden worden sein – dies entspricht gut der Hälfte der zwischen April bis Dezember 2019 eingefahrenen Erlöse. Nach einem Höhenflug Ende 2019, bei dem die Aktie bis auf USD 50 stieg, implodierte der Aktienkurs in den Folgemonaten. Zeitweise notierte das Papier bei gerade noch USD 2. Für fast eineinhalb Monate war der Handel mit der Aktie sistiert gewesen. Die Nasdaq hat dem Unternehmen zuletzt mit dem Rausschmiss gedroht, da Luckin Coffee nach wie vor nicht die notwendigen Informationen zur Aufarbeitung des Skandals geliefert hat. Das Delisting, so die fast einhellige Meinung unter Finanzmarktteilnehmern, ist kaum mehr abzuwenden. Dies kann zwar noch Monate dauern und heisst auch nicht, dass die Aktie überhaupt nicht mehr zu handeln ist. Aber diese Aktie ist nur etwas für Hasardeure, für die die Börse nur ein Spiel ist!
Konklusion:
Der Hype um den Starbucks-Konkurrenten ist beendet. Die Realität ist trist: Der Bilanzskandal hat jegliches Vertrauen vernichtet. Der Aktie droht das Delisting von der Nasdaq!