
Wie gewonnen, so zerronnen, heisst es derzeit beim Industriegasekonzern Linde. Die geplante Fusion des deutschen Konzerns mit dem amerikanischen Wettbewerber Praxair hatte in den vergangenen Wochen den Kurs kräftig ansteigen lassen. Von Anfang August bis Ende August legte die Aktie über 23% zu. Nachdem die Fusion – angeblich wegen Uneinigkeiten über den künftigen Konzernsitz und über die Governance-Standards – geplatzt ist, lassen die Anleger die Linde-Aktie fallen wie heisse Kartoffeln. Denn nun rücken die Problemfelder des Unternehmens wieder in den Vordergrund: Überkapazitäten und eine sehr verhalten wachsende Profitabilität. Wir begrüssen den jüngst angekündigten Rückzug von CEO Wolfgang Büchele und von CFO Georg Denoke – der Weg für neue Ideen im Konzern ist damit frei. Es könnte ein neuer Befreiungsschlag für die Aktie sein.