Die beiden Landis+Gyr-Eigner, Toshiba und Innovation Network Corporation of Japan (INCJ), arbeiten mit Hochdruck am grössten Schweizer Börsengang in diesem Jahr. Einerseits braucht vor allem die kriselnde Toshiba dringend frisches Geld. Andererseits erscheint das insgesamt sehr robuste Kapitalmarktumfeld ideal für ein erfolgreiches IPO. Bereits am Freitag, den 21. Juli, soll das Landis+Gyr-Papier erstmals an der SIX gehandelt werden. Bis zum 20. Juli sammeln die Konsortialbanken noch Angebote ein. Die Preisspanne beträgt CHF 70 bis CHF 82 je Stück, womit sich eine Kapitalisierung von CHF 2.1 Milliarden am unteren und CHF 2.4 Milliarden am oberen Ende der Preisspanne ergibt. Das grösste IPO in diesem Jahr gelang der Apothekenkette Galenica mit CHF 1.9 Milliarden im April. Gemäss Angaben aus Händlerkreisen soll das Interesse an dem Papier sehr hoch sein. Das gesamte Angebot umfasst rund 29.5 Millionen bestehende Aktien von Landis+Gyr, die von den verkaufenden Aktionären (Toshiba Corporation und INCJ) angeboten werden. Der Free Float wird demnach 100% betragen. Gemäss Emissionsprojekt erzielte Landis+Gyr im März abgeschlossenen Geschäftsjahres 2016/17 einen Umsatz von USD 1.65 Milliarden (+5.2% im Vergleich zum Vorjahr). Aufgrund steigender Investitionen in die Forschung & Entwicklung, einem steigenden administrativen Aufwand und höheren Wertberichtigungen resultierte unter dem Strich ein Minus von USD 62.1 Millionen (Vorjahr: USD -13.5 Millionen). Für das laufende Jahr strebt Landis ein Umsatzwachstum von 3% an – ob dies reicht, um 2017/18 einen Gewinn auszuweisen, wollte Landis nicht kommentieren. Allerdings rechnet das Unternehmen nicht damit, die Profitabilität auf kurze Sicht markant steigern zu können. Für das laufende Jahr wird ein Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von USD 212 Millionen erwartet, wie im Vorjahr. Womit die Ebitda-Marge aufgrund des wachsenden Umsatzes sogar leicht rückläufig sein müsste. Mittelfristig wird aber eine Expansion der Ebitda-Marge von aktuell 12.8% um 100 bis 150 Basispunkte in Aussicht gestellt. Um die Ziele erreichen zu können, hat Landis derzeit zwei Programme laufen, durch welche die Kosten um USD 40 Millionen gesenkt werden sollen. Grosse Wachstumschancen sieht Landis im Markt für intelligente Stromzähler (AMI – Advanced Metering Infrastructure). Als grösste Wachstumsregion soll nach Ansicht des Managements EMEA (Europe, Middle East, Asia) den bisherigen Wachstumstreiber USA ablösen. In Frankreich soll beispielsweise die AMI-Penetration von derzeit 11% auf 70% bis Ende 2020 zunehmen. Der smarte Stromzähler-Markt soll bis 2021 ausserhalb Chinas 12% wachsen. Attraktiv erscheint uns gegenwärtig auch die Dividendenpolitik des Unternehmens.
Konklusion:
Die Prognosen für Landis-Wettbewerber weisen auf ein robustes Wachstumsumfeld hin. Eine gute Voraussetzung, dass auch Landis das prognostizierte Wachstum erreichen kann. Partizipieren Sie am IPO!