
Der Zementmarkt in Südostasien gilt als höchst anspruchsvoll – zumindest aus Sicht der Anbieter, wie LafargeHolcim. Die Zahl der Wettbewerber auch lokaler Art ist sehr hoch, entsprechend hoch sind auch die Überkapazitäten, welche das Geschäft prägen und auf die Marge drücken. Dass sich LafargeHolcim nun von Holcim Philippines trennt, ist daher konsequent. Der schweizerisch-französische Baustoffkonzern will sich auf Märkte fokussieren mit hohen Einstiegshürden und einer Grundstruktur, welche es ermöglicht, attraktive Returns zu erwirtschaften. Holcim Philippines konnte diesen Ansprüchen nie gerecht werden. Im vergangenen Jahr vermeldete die Tochter einen Erlösrückgang von fast 6% auf CHF 663 Millionen. Noch grössere Sorgenfalten entfachte aber ein Blick auf die Ebitda-Marge. Diese hatte sich aufgrund des scharfen Wettbewerbs 2018 auf 13.7% verschlechtert. Zum Vergleich: LafargeHolcim kommt auf Gruppenebene auf eine Ebitda-Marge von fast 22%. Entsprechend dürfte der Ausstieg aus Holcim Philippines auch die Margenentwicklung auf Gruppenebene befeuern. Dass LafargeHolcim zudem über gute Verhandlungsführer verfügt, macht auch der Blick auf den Verkaufspreis deutlich: Die Einheiten wurden mit insgesamt USD 4.9 Milliarden bewertet. Gemäss LafargeHolcim entspricht die Summe dem 21-fachen des wiederkehrenden Betriebsgewinns vor Abschreibungen (Ebitda). Damit rückt LafargeHolcim dem selbstgesteckten Ziel, die Verschuldung (gemessen an Nettoverschuldung/Ebitda) bis Ende 2019 unter 2 zu drücken, deutlich näher.
Konklusion:
Der Verkauf von Holcim Philippines stärkt LafargeHolcim auf mehreren Stufen. Zudem gab der Zementkonzern einen positiven Ausblick auf das Geschäft. Wir erhöhen unser Rating auf „Kaufen“.