
Im Vorfeld der Geschäftszahlen für das Jahr 2020 des Baustoffkonzerns LafargeHolcim waren die Titel bereits kräftig gestiegen. Die positiven Nachrichten des Konzerns in den vergangenen Monaten liessen erwarten, dass der Zahlenkranz gut ausfallen werde. Und LafargeHolcim lieferte. Der Umsatz ging auf vergleichbarer Basis nur um 5.6% zurück. Nominell lag das Minus aufgrund negativer Währungseffekte allerdings deutlich höher (-13%). Das ist angesichts der Begleitumstände des Jahres 2020 dennoch aller Ehren wert. Dass der Konzern zudem die richtigen Stellschrauben angezogen hat, zeigt sich beim wiederkehrenden Betriebsgewinn, welcher für 2020 auf CHF 1.04 Milliarden taxiert wird, was deutlich über der Konsensprognose der Analysten lag. Auch der rekordhohe Free Cashflow sorgt unter Analysten für Applaus. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit lag gut 10% tiefer bei CHF 3.68 Milliarden und der Konzerngewinn schrumpfte um 25% auf CHF 1.70 Milliarden. Die Dividende für die Aktionäre soll jedoch unverändert CHF 2,00 Franken je Aktie betragen. Dass einige Marktteilnehmer den Ausblick beim wiederkehrenden Ebit (2021: +7%e) als zu konservativ bemängelten, erscheint uns jedoch eher als „Jammern auf hohem Niveau“ und ist u.E. nach wie vor auf das unsichere Umfeld zurückzuführen. Noch ist die Pandemie nicht überwunden. Entsprechend sind Prognosen noch immer mit einem gewissen Mass an Unsicherheit verbunden. LafargeHolcim selbst sprach von einer guten Nachfragedynamik und positiven Trends in allen Regionen. Einen zusätzlichen Schub dürfte LafargeHolcim durch die weltweit aufgegleisten Konjunkturprogramme erhalten, welche u.E. die Geschäftsentwicklung ab der zweiten Jahreshälfte deutlich beschleunigen sollte. Darüber hinaus stellt sich auch die Übernahme des amerikanischen Flachdach-System-Spezialisten Firestone BP positiv dar. Der Umsatz 2020 lag mit USD 1.8 Milliarden über den Schätzungen und der Start ins Jahr 2021 war ansprechend. Zumal in diesem Jahr die regionale Expansion des bis dato v.a. auf Amerika fokussierten Geschäfts ansteht.
Konklusion:
Die jüngsten Kursrückschläge erscheinen uns mit Blick auf die operative Entwicklung des Konzerns als übertrieben. Aber damit eröffnet sich die Chance, auf tieferen Kursniveaus einzusteigen.
(red./mda)