Der amerikanische Präsident Donald Trump hat seine Vorwürfe in Richtung China erneuert: „Ich bin der Meinung, dass sie die Grossmeister der Währungsmanipulation sind“, sagte er vor wenigen Tagen. Trump hatte schon im Wahlkampf angekündigt, dass er als eine seiner ersten Amtshandlungen China formell der Währungsmanipulation bezichtigt. Bisher ist dieser Schritt ausgeblieben, wohl auch, weil US-Finanzminister Steven Mnuchin in dieser Frage wesentlich diplomatischer vorgeht. Er sei noch nicht bereit, China formell als Währungsmanipulator einzustufen, sagte Finanzminister Mnuchin dem Sender CNBC. Am 15. April werde dem US-Kongress der nächste Bericht zur chinesischen Währungspolitik vorgelegt. Dann werde auch die Entscheidung vorliegen, ob China offiziell als „Währungsmanipulator“ gilt. Ginge es nach den reinen Fakten, müsste der US-Präsident dann eigentlich seine Anschuldigung fallenlassen.
Fakt ist, dass China über Jahre seine Landeswährung künstlich tief hielt, um den chinesischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb einen Vorteil zu verschaffen – zum Nachteil der USA. Durch massive Dollar-Käufe drückte Peking den Yuan schätzungsweise zwischen 30% bis 40% gegen die US-Währung. Die USA hatten entsprechend mehrfach und in einem scharfen Ton dieses Ungleichgewicht bei den bilateralen Handelsbeziehungen angeprangert. Doch vor gut 2 Jahren hat sich in der Währungspolitik Chinas eine 180-Grad-Wende vollzogen. Als sich der wirtschaftliche Abschwung akzentuierte, musste Peking den Yuan stützen. Rund USD 1 Billionen hat China aus seinen Devisenreserven verkauft und ein Ende ist nicht in Sicht. Eine Studie der Xiamen Universität kommt zu dem Schluss, dass die chinesische Notenbank auch in den nächsten zwei Jahren die Devisenreserven reduzieren wird, um eine markante Abwertung des Yuan zu verhindern. Kommt erschwerend hinzu, dass Peking gegen einen regelrechten Kapitalflucht-Tsunami ankämpft. Nach ersten Schätzungen flossen allein im vergangenen Jahr USD 725 Milliarden aus dem Land ab, schätzt das Institute of International Finance. Zwar versucht die Regierung durch strenge Kapitalkontrollen die Abflüsse zu verlangsamen. Doch Experten zweifeln am Erfolg. Denn diese Massnahmen könnten kontraproduktiv wirken, in dem sie die Zweifel in- und ausländischer Investoren zu Geschäften mit der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt noch vergrössern und den Abwertungsdruck auf den Yuan erhöhen. Die Stärke des Dollars ist zudem durch die US-Administration zum Teil auch selbst gemacht. Denn sollte Trump seine Steuerreformen umsetzen und zugleich auf die sog. Border Adjustment Provision beharren, dürfte dies den Aussenwert des US-Dollar nochmals erhöhen.
Konklusion:
Der Vorwurf, China manipuliere den Yuan zu Ungunsten des US-Dollar, ist seit gut zwei Jahren kein Thema mehr. Es ist vielmehr ein Ausdruck dafür, in welcher Gedankenwelt sich Trump bewegt.