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Marktkommentar - USA

Wir rechnen mit Marktverwerfungen im Vorfeld der Wahlen
Gut vier Monate vor den US-Präsidentschaftswahlen steckt Amtsinhaber Donald Trump im Stimmungstief. Die Covid-19-Pandemie, aber auch die neuen Unruhen rund um die „Black Lives Matter“-Bewegung haben in den Wählerumfragen eine unerwartete Trendwende herbeigeführt. Sein Krisenmanagement kann bestenfalls als gescheitert charakterisiert werden. Trump ist ein Präsident, der sein Land teilt – dabei sollte es die oberste Pflicht eines Präsidenten sein, das Land in Krisenzeiten zu vereinen, um die Herausforderungen meistern zu können. Gemäss Umfragen sind nur noch wenige Menschen mit der Arbeit des Präsidenten zufrieden. Ähnlich tiefe Umfragewerte am Ende des ersten Präsidentschaftszyklus waren in der Vergangenheit ein Indikator dafür, dass eine Wiederwahl nicht gelingt. Erschwerend kommt hinzu, dass die US-Wirtschaft lange Zeit benötigen wird, um sich von dem Pandemie-Schock zu erholen. „Der vor uns liegende Weg dürfte eine Herausforderung werden“, sagte Fed-Chef Jerome Powell vor wenigen Tagen. Auch seine Kollegen sind zunehmend skeptisch. Eric Rosengren, Präsident der Notenbank von Boston, sieht vor allem die Pandemie als grosse Gefahr. „Bisher waren die Bemühungen in den USA zur Eindämmung des Virus nicht besonders erfolgreich“, sagte Rosengren. Dies könnte letztlich darauf hinauslaufen, dass ein längerer Shutdown etwa mit Fabrikschliessungen nötig wäre. Eine zweite Pandemie-Welle dürfte die Erholung der US-Wirtschaft zusätzlich belasten. Präsident Trump steht damit mächtig unter Druck. Seine Wiederwahl ist ungewisser denn je – selbst Republikaner wenden sich von ihrem Präsidenten mittlerweile ab. Doch was, wenn Trump die Wahl wirklich verliert? Wird er seinen Posten kampflos aufgeben? Trump selbst sagte, er werde die Wahlentscheidung akzeptieren. Politische Beobachter sind hingegen skeptisch. Der US-Starökonom Nouriel Roubini malte diesbezüglich ein sehr dunkles Bild in einem Interview. Trump werde sich einer knappen Wahlniederlage nicht ohne Weiteres fügen. „Er wird China, Russland, Schwarzen oder Immigranten die Schuld geben und sich wie der Diktator einer Bananenrepublik aufführen. Er wird seine Anhänger zu den Waffen rufen, es laufen genügend bewaffnete weisse Faschisten herum. Die weist er oft genug auf den 2. Verfassungszusatz hin, der den Bürgern Waffenbesitz erlaubt“, so Roubini. Wir gehen davon aus, dass die Börse im Spätsommer die anstehende Wahl im November stärker beachten wird. Dies dürfte mit einigen Korrekturbewegungen einhergehen. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger die Gewinne noch laufenlassen. Im Vorfeld der Wahlen könnten grössere Umschichtungen aber ratsam werden.

Konklusion:
Anleger sollten die Gewinne ihres US-Engagements noch laufen lassen. Im Spätsommer könnten jedoch grössere Umschichtungen anstehen!