
Kering und Puma – es war eine gut siebenjährige Liaison, die nie so recht gepasst hat. Auf der einen Seite Puma, der Sportartikelhersteller, der in den vergangenen Jahren die eine oder andere Krise überwinden musste. Auf der anderen Seite, der französische Luxusgüterkonzern, der mit Marken wie Gucci oder Bottega Veneta in einem hochprofitablen Markt agiert. Nun will Kering das ungleiche Bündnis deutlich lockern und seine Puma-Beteiligung von derzeit 86% auf 16% senken. Der Schritt ist keine Überraschung. Schon seit Jahren wird darüber spekuliert, wann sich Kering endlich von seiner Puma-Beteiligung trenne. Der hohe Aktienkurs von Puma dürfte Kering die Trennung nun sehr leicht gemacht haben.
Bei Kering überwiegt das Positive
Mit Blick auf den französischen Luxusgüterkonzern werten wir den Spin-off von Puma positiv. Zwar dürfte die Dekonsolidierung von Puma das Ergebnis um gut 5% drücken. Aber mittelfristig überwiegen die positiven Effekte. Denn Kering kann sich danach auf das hochprofitable Geschäft mit Luxusgütern fokussieren und die Cashflow-Generierung weiter vorantreiben. Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit einer Neubewertung der Aktie, welche den Aktienkurs antreiben sollte. Denn auf Basis des Kerngeschäfts mit Luxusartikeln wird das Papier gegenwärtig mit einem deutlichen Bewertungsabschlag gehandelt, der aus unserer Sicht nach der Portfoliobereinigung nicht mehr gerechtfertigt ist. Auf Grundlage der Gewinnschätzungen für das Luxuskerngeschäft wird der Kering-Titel gegenwärtig mit einem Abschlag von gut 9% zur Branche und einem Abschlag von rund 6% gegenüber Wettbewerber LVMH gehandelt. Wir erwarten, dass dieser Bewertungsabschlag in den kommenden Monaten deutlich reduziert wird. Entsprechend sollten Investoren die Gunst der Stunde nutzen und sich einige Papiere des französischen Luxuskonzerns ins Depot legen.
Puma-Aktie ist ausgereizt
Der Sportartikelhersteller hat sich in den vergangenen Quartalen hervorragend entwickelt – sowohl operativ als auch an der Börse. Positiv ist die Dekonsolidierung durch Kering vor allem punkto Free Float, der nach der Transaktion von gegenwärtig 14% auf dann gut 55% steigen dürfte. Dies macht den Titel für Investoren deutlich attraktiver. Dennoch sehen wir trotz aller Wachstumsdynamik derzeit wenig Gründe, die für ein Investment sprechen. Denn auf dem aktuellen Kursniveau preist der Titel bereits reichlich Fantasie ein. Darüber hinaus erscheint uns die Margenentwicklung bei Puma weiter vergleichsweise unbefriedigend. Zwar hat Puma-CEO Bjørn Gulden diesbezüglich Besserung versprochen. Aber der Abstand zu Adidas oder Nike ist beachtlich.
Konklusion:
Während Investoren bei Kering zugreifen sollten, raten wir bei Puma von Investments gegenwärtig ab. Die Aktie erscheint uns zu teuer und die Margenentwicklung im Konzern lässt Wünsche offen.