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Jahr 2022

Infineon

Der deutsche Chiphersteller hat vor wenigen Tagen mit einer Prognoseanhebung für eine kurzfristige Aktienkursexplosion gesorgt. Fast 10% legte die Aktie in Folge an einem Handelstag zu. CEO Reinhard Ploss hatte Ende vergangener Handelswoche die Umsatz- und Gewinnerwartung des Unternehmens recht deutlich nach oben geschraubt. Neu geht man in München für das laufende Geschäftsjahr (per Ende September) von einem Umsatzplus zwischen 8% bis 11% aus. Bis dato war der Chiphersteller von 4% bis maximal 8% ausgegangen. Auch punkto Profitabilität gibt sich Infineon mittlerweile deutlich zuversichtlicher: Die operative Marge soll nicht wie bisher erwartet bei 16%, sondern sogar bei 17% liegen. Zudem gab Ploss erste Einblicke in das laufende zweite Geschäftsquartal, wo es auch deutlich besser läuft als bisher in Aussicht gestellt. Der Umsatz legte bisher um 8% und nicht wie zuvor prognostiziert um 7% zu. Die operative Marge werde 17% betragen, zwei Prozentpunkte mehr als ursprünglich angekündigt. Die starke Umsatz-und Auftragsentwicklung führt zudem dazu, dass die Investitionen in Fertigungsanlagen 10% höher sein sollen als bisher geplant. Infineon plant hier nun EUR 1.05 Milliarden ein.
Anleger sollten Kursgewinne laufen lassen
Die Erhöhung der Prognose führen wir einerseits auf das gegenwärtig für Infineon günstige Währungsumfeld zurück und andererseits auf den positiven Grundton, den die Automotive-Industrie an der MWC/Tech Konferenz vermittelte. Wenn allerdings die Automobilindustrie für Infineon die grosse Antriebsfeder ist, so stehen wir dem eher skeptisch gegenüber. Wir erwarten, dass die Branche im laufenden Jahr aufgrund der Entwicklung in den USA und China eher kleinere Brötchen backen muss. Entsprechend stufen wir die Basis für die erhöhte Geschäftsprognose als tendenziell wackelig ein. Insgesamt hinterlässt Infineon seit Jahren einen sehr robusten Eindruck und schafft es in regelmässigen Abständen, positiv zu überraschen. Im vergangenen Geschäftsjahr sind die Erlöse um 12% auf EUR 6.5 Milliarden geklettert. Der Gewinn legte sogar um 17% auf EUR 743 Millionen zu. Unter dem Strich ist die Aktie des Chipherstellers mit einem KGV 2018 von gut 21 ambitioniert, aber keineswegs überbewertet. Entsprechend hat die Aktie aus unserer Sicht mittelfristig noch Luft nach oben. Investierte Anleger sollten das Papier halten und die Kursgewinne laufen lassen.
Konklusion:
Die Aktie befindet sich seit September 2014 – mit kleineren Unterbrüchen – in einem Aufwärtstrend (+126%). Anleger sollten die Gewinne laufen lassen – die Aktie hat noch Luft nach oben!