+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
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Jahr 2022

Infineon

Seit Monaten diskutieren die Marktteilnehmer über einen möglichen Abschwung in der Chipbranche. Entsprechend sensibel reagieren die Investoren auf Nachrichten, die genau in diese Richtung deuten. Die Ankündigung von VAT (siehe Seite 8), bis Ende des Jahres für 400 Mitarbeiter Kurzarbeit einführen zu müssen, riss die gesamte Halbleiterbranche in Mitleidenschaft. Zuvor hatte Samsung bereits angekündigt, die Expansion im Chipspeichersegment drosseln zu wollen, um die Preise stabil zu halten und Überkapazitäten zu vermeiden. Auch unser Depotwert Infineon geriet in den jüngsten Abwärtsstrudel und notiert aktuell gut 6% unter unserem Einstiegsniveau. Nach einer langen Boomphase droht der Branche nun eine leichte Verlangsamung bzw. eine Normalisierung des horrenden Expansionstempos der vergangenen Jahre. Vor diesem Hintergrund halten wir es zwar für nicht ausgeschlossen, dass einzelne Chiphersteller in den kommenden Monaten ihre Umsatz- und Gewinnprognose leicht nach unten anpassen müssen. Gesamthaft rechnen wir jedoch nicht mit einem Einbruch der Nachfrage – die langfristigen Wachstumstreiber sind weiter intakt (Digitalisierung der Gesellschaft, Internet der Dinge, autonomes Fahren usw.). Dass zahlreiche Kunden wegen der hohen Nachfrage nach wie vor auf ihre Chip-Lieferungen warten müssen, zeigt, dass die Nachfrage sehr robust ist. Auch Infineon kämpft seit geraumer Zeit mit Lieferengpässen in einigen Bereichen. Es überrascht daher wenig, dass der deutsche Technologiekonzern unbeirrt an seinen bisherigen Prognosen festhält. Im Sommer hatte Vorstandschef Reinhard Ploss einen Umsatzzuwachs von 6.4% bis 7.4% im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 in Aussicht gestellt. Zuvor lag diese Spanne zwischen 4% bis 7%. Die operative Marge soll sich im Gesamtjahr auf 17.5% belaufen, 0.5 Prozentpunkte mehr als zuvor versprochen wurde. In gut einem Monat wird Ploss die Jahreszahlen vorlegen und einen Ausblick auf das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 geben. Auch der Branchenverband World Semiconductor Trade Statistics hat bisher an seinen Prognosen für das laufende Jahr nicht gerüttelt. Der Verband geht weiter davon aus, dass die Branche den Umsatz im laufenden Jahr um 16% ausweiten kann, was zwar eine leichte Abkühlung im Vergleich zum Vorjahr wäre. Von einem Einbruch kann aber selbst dann keine Rede sein, wenn die Prognose um einen oder zwei Prozentpunkte nach unten revidiert werden würde. Entsprechend halten wir die jüngsten Kurskorrekturen für übertrieben. Interessierte Anleger sollten die tieferen Kurse zum Einstieg nutzen.
Konklusion:
Selbst wenn die Chip-Hersteller gegen eine leichte Abkühlung des Geschäftsumfelds kämpfen müssen, bleibt die Wachstumsdynamik dennoch hoch. Nutzen Sie die tiefen Kurse zum Einstieg!