
Dem europäischen Leitindex Euro Stoxx50 ist in der Berichtswoche der Ausbruch aus der bullishen Dreiecksformation wie erwartet geglückt. Dabei konnte der Index zugleich die 20- Tage- sowie die 200-Tage-Durchschnittslinie nach oben hin durchbrechen, was aus charttechnischer Sicht ein kurz- bis mittelfristig starkes Kauf-Signal darstellt. Bestätigt wurde dieses durch den MACD- sowie den Stochastik-Indikator. Beide Masszahlen konnten in der zurückliegenden Woche ebenfalls ein Kauf-Signal ausbilden. Allerdings steht der jüngste Aufschwung auf einem vergleichsweise dünnen Fundament – die Handelsvolumina sind vergleichsweise dünn. Aus unserer Sicht ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass zahlreiche Investoren noch immer an der Seitenauslinie stehen und auf ihren Einsatz warten. Die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten und die diesjährigen Börsenturbulenzen haben das kurzfristige Vertrauen in die Aktienmärkte mitunter stärker erschüttert als angenommen. Aus charttechnischer Sicht wäre es nun wichtig, dass der Euro Stoxx50 die Marke von 3100 Punkten nachhaltig überspringt. Dies würde unseres Erachtens neues Vertrauen schaffen und öffnet den Weg zu höheren Notierungen.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Wir haben die Hoffnung auf eine ansehnliche Jahresendrallye noch nicht aufgegeben. Die bisher vorgelegten Q3-Zahlen sind ansprechend – sollte sich dieser Trend in den kommenden Wochen fortsetzen, dürfte dies die bestehenden Konjunktursorgen dämpfen und zugleich den Risikoappetit der Anleger steigen lassen. Wir erwarten, dass der Euro Stoxx50 bis Ende November noch Boden gutmachen kann. Mittelfristig wird viel davon abhängen, welche Erwartungshaltung die Märkte an die Notenbanksitzungen der Fed und der EZB im Dezember aufbauen. Gegenwärtig erwarten wir eine Zinserhöhung in den USA und eine zeitliche Verlängerung des laufenden Anleihenprogramm bei reduzierten monatlichen Volumen. Wie Anleger auf den Entzug des ultrabilligen Geldes reagieren, erscheint derzeit kaum abschätzbar. Wir können gegenwärtig nicht ausschliessen, dass diese Entscheidungen zu massiven Verwerfungen führen könnten.
Konklusion:
Kurz- bis mittelfristig rechnen wie mit einer Fortsetzung der jüngsten Aufwärtsbewegung. Die Notenbank-Entscheidungen im Dezember sind ein Marktrisiko.