
Die Kursentwicklung unseres Depotwerts ist weiter vom Misstrauen der Anleger geprägt. Nach zwei Gewinnwarnungen im Jahr 2018 (August und Dezember) hat es die Konzernleitung bis heute nicht geschafft, neues Vertrauen in den Baukonzern aufzubauen. Dabei hat sich das Bild bereits Ende 2018 aufgehellt. Der Auftragsbestand betrug damals rekordverdächtige CHF 6.2 Milliarden, zudem konnte Implenia regelmässig neue Aufträge im In- und Ausland an Land ziehen. Der Aktie konnte dies aber nicht helfen. Nach anfänglichen Kursgewinnen rutschte der Titel im Jahresverlauf immer tiefer in die Verlustzone – zuletzt notierte die Aktie fast 18% unter dem Niveau zum Jahreswechsel 2018/19. Auf Sicht von 52 Wochen summieren sich die Verluste auf nunmehr 62%. Zur Erinnerung: Damals kostete ein Papier des Baukonzerns fast CHF 80 – ein Wert, der derzeit kaum noch vorstellbar ist. 2019, so die Aussagen der Konzernleitung, dürfte ein Übergangsjahr werden – man muss sich von den Rückschlägen 2018 erholen und sich teilweise neu ausrichten. Finanziell strebt Implenia ein Ebitda von CHF 150 Millionen an – abzüglich der Einmalkosten für die Umsetzung der neuen Strategie dürften etwa CHF 130 Millionen übrig bleiben. Dies wäre immerhin ein Plus von mehr als 40% gegenüber dem Vorjahr. Allerdings zu alter Stärke fehlt dem Konzern dennoch einiges. 2017 lag das Ebitda noch gut ein Viertel höher. Unter dem Strich soll nach einer schwarzen Null im Jahr 2018 nun wieder ein Gewinn zu Buche schlagen. Implenia rechnet mit gut CHF 40 Millionen. Das Übergangsjahr von Implenia ist neben einer organisatorischen Neuausrichtung – neu wird beispielsweise das Auslandsgeschäft nicht mehr in gesonderten Einheiten geführt – auch mit einer operativen Neuausrichtung des Unternehmens verbunden. Bei Implenia wird gerne wieder von einem „profitablen Wachstum“ gesprochen. Zugleich wurden die Problem-Projekte unter besondere Bewachung genommen und sollten nun keine Probleme mehr verursachen. Nur die Aktie hat von den verschiedenen Ankündigungen und Fortschritten noch nicht profitieren können – auch weil das Vertrauen in die Aussagen der Konzernleitung schlicht fehlt. Wir gehen daher davon aus, dass die Aktie wahrscheinlich noch bis zu den Halbjahreszahlen am 20. August vor sich hindümpeln wird. Sollten die Zahlen aber Hinweise darauf liefern, dass die Massnahmen greifen, dürfte die Aktie in der Gunst der Anleger wieder deutlich steigen – auch weil das Papier, gemessen an den Fundamentals im historischen Vergleich, sehr günstig zu haben ist.
Konklusion:
Wir halten trotz der schlechten Performance unverändert an unserem Depotwert fest. Die Halbjahreszahlen im August könnten die Aktie endlich in Bewegung bringen.