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IBM

Der blaue Riese, wie das Computer-Urgestein IBM auch genannt wird, steckt noch immer in einer tiefgreifenden Umbauphase. Zwar konnte der Konzern zuletzt den Umsatzrückgang etwas abschwächen. Das alte Hardware-Geschäft verliert mehr und mehr an Bedeutung, während Cloud-Dienste, Services und der Umbau in Richtung künstlicher Intelligenz für das „Internet der Dinge“ immer wichtiger werden. Rund 60‘000 Arbeitsplätze wurden in den vergangenen fünf Jahren abgebaut, auf alte Umsätze wurde verzichtet. Später sollte es dann goldene Zeiten geben, so die Versprechungen des Konzerns. Doch diese Zeiten lassen weiter auf sich warten und langsam verlieren die Aktionäre des Konzerns die Geduld. Dank der starken Aktienkursperformance von über 40% in den zurückliegenden zwölf Monaten herrscht oberflächlich zwar noch Ruhe. Aber es brodelt. Denn ein Grossteil der enormen Kursgewinne ist auf Aktienrückkäufe zurückzuführen. Dies wird nach Ansicht einiger Analysten aber bald nicht mehr ausreichen, um die Anleger bei Stimmung zu halten. IBM, so die unmissverständliche Forderung, muss endlich beweisen, dass der Konzernumbau auch sichtbare Verbesserungen in Form eines organischen Wachstums zeigt.
Der Umbau muss noch radikaler werden
An der Wall Street werden Stimmen laut, die von IBM einen noch radikaleren Umbau des Konzerns fordern – nach dem Beispiel von Hewlett Packard. Denn der blaue Riese habe nach wie vor zu viel Hardware in seiner Produktepalette. Entsprechend soll IBM das Altgeschäft in eine eigenständige Firma abspalten und sich künftig auf die zukunftsträchtigen Segmente konzentrieren. HP hatte diesen Schritt Ende 2015 gewagt: Der Konzern gliederte das PC- und Druckergeschäft in HP Inc. aus und führt das Geschäft mit Unternehmens-IT-Dienstleistungen erfolgreich in der Hewlett Packard Enterprise weiter. Mit dem Supercomputer „Watson“ verfügt IBM über die IT-Ressourcen, um beim Zukunftsthema «künstliche Intelligenz“ (AI) ganz vorne mitspielen zu können. Watsons Stärke ist das Erkennen von Mustern und Zusammenhängen in unstrukturierten Datenmassen, anhand derer er dann konkrete Handlungsempfehlungen gibt. Seine Anwendungsmöglichkeiten sind nach Ansicht von IT-Experten unbegrenzt. Aber der Vorsprung schmilzt, denn fast jeder IT-Konzern hat das Thema AI für sich entdeckt. Ein Alleinstellungsmerkmal ist Watson demnach schon längst nicht mehr. IBM wäre aus unserer Sicht gut beraten, den Umbau radikaler voranzutreiben und sich auf die Zukunftstechnologien zu fokussieren.
Konklusion:
IBM muss den starken Kursanstieg in den letzten Monaten in Form eines organischen Wachstums endlich rechtfertigen. Wir sind skeptisch, dass dies gelingen wird. Wir stufen den Titel auf „Verkaufen“ ab.