
Wir hatten Mitte November im Rahmen unserer Daily News über die mögliche finanzielle Schieflage beim chinesischen Grossinvestor HNA berichtet. Nach einer gut USD 50 Milliarden schweren Einkaufstour rund um den Globus verdichten sich die Hinweise, dass sich der Konzern massiv «verhoben» hat. In der Schweiz hat sich die HNA-Gruppe bei Dufry eingekauft. Ausserdem gehört den Chinesen Gategroup, SR Technics und Swissport.Die neuen Pläne, dass der vor gut einem Jahr übernommene Airline-Caterer Gategroup bereits im kommenden Jahr wieder an die Börse gebracht werden soll, passt in das Bild eines in Schieflage geratenen Unternehmens. Ein IPO soll frisches Geld in die Kassen der Chinesen spülen. Die HNA-Gruppe schiebt einen geschätzten USD 100 Milliarden grossen Schuldenberg vor sich her und hat offensichtlich zunehmend Probleme, diesen zu refinanzieren. Fakt ist zudem, dass sich die Übernahmen der letzten Jahre nicht auszahlen. Im ersten Halbjahr 2017 lag die Gewinnmarge von HNA bei mickrigen 0.3% oder CHF 120 Millionen bei einem Umsatz von umgerechnet rund CHF 40 Milliarden. Im gleichen Zeitraum musste HNA gut CHF 2.3 Milliarden Zinsen an die Kapitalgeber zahlen. Dies war doppelt so viel wie im Vorjahr und nach Angaben von Bloomberg mehr als das Ergebnis vor Steuern. Es ist zu erwarten, dass sich der Konzern in den kommenden Monaten von weiteren Beteiligungen trennt, um an frisches Kapital zu kommen. Weit oben auf der Verkaufsagenda der Chinesen dürften dabei sehr liquide Vermögenswerte stehen, wie beispielsweise die Beteiligungen an der Deutschen Bank oder Dufry.
Konklusion:
Auch wenn es unwahrscheinlich erscheint, dass die Regierung in Peking den Konzern einfach fallen lässt. Bei uns läuten die Alarmglocken. Verkaufen Sie die Aktie!